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Singen Bürger diskutieren kontrovers

20.07.2012
Singen -  Vor dem Bürgerentscheid am Sonntag bleibt die Stimmung gespalten: Sowohl Befürworter als auch Gegner diskutieren kontrovers mit der SÜDKURIER-Redaktion

Ortstermin in der August-Ruf-Straße: Andreas Schuler, Leiter der SÜDKURIER-Lokalredaktion, im Gespräch mit Singener Bürgern über den bevorstehenden Bürgerentscheid.  Bild: Sabine Tesche

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Groß ist das Interesse der Singener Bürger an der geplanten Klinikfusion, über die am kommenden Sonntag beim Bürgerentscheid entschieden wird. Viele, viele Menschen kamen gestern Mittag im Café Mocca in der August-Ruf-Straße, um mit dem SÜDKURIER über das heiße Thema zu diskutieren. „Ich bin Singener mit Leib und Seele“, sagte Manfred Engesser, „und als solcher steht für mich fest: Eine Fusion bringt nur Arbeitsplatzverluste in der Stadt. Warum hat der OB denn auf das Vetorecht freiwillig verzichtet? Wo gibt es denn so etwas?“ Klaus Maier stimmt ihm zu: „Warum soll man etwas ändern, was so gut funktioniert?“

Harry Falk, langjähriger Gemeinderat, hat eine ganz andere Meinung: „Alleine können wir das in Singen doch nicht mehr stemmen. Ich war 16 Jahre Betriebsrat bei der Alu und es geht mir immer nur um die Menschen. Nur die Fusion sichert Arbeitsplätze.“ Hajo Blumenthal ist ebenfalls davon überzeugt, „dass nur mit einer Fusion die Zukunft gemeistert wird. Unser Krankensystem ist nicht mehr finanzierbar. Ohne Kooperationen geht's nicht mehr.“



Oey Tiang-Bo, Verfahrensentwickler bei Amcor, weiß aus eigener Erfahrung, wovon er spricht: „Jede Fusion ist kritisch zu hinterfragen, da Fusionen nie etwas Gutes tun. Wer in einer Holding viel Geld hat, muss bei anderen aushelfen, bis alle pleite sind.“ Walter Hummel ist sich nicht ganz sicher, was die beste Lösung darstellt. Nur in einer Angelegenheit hat er keine Zweifel: „Das Krankenhaus gehört zur Stadt Singen. Der größte Fehler bei der Diskussion ist aber, dass die beteiligten Umlandgemeinden wie Engen, Gottmadingen oder Hilzingen vom Bürgerentscheid ausgeschlossen sind.“

Georg Rolfes ist hin und hergerissen. „Mir raucht der Kopf“, gibt er zu. Er war auf vier Informations-Veranstaltungen zur Fusion und hat sich vom glühenden Ablehner fast zum Fusionsbefürworter entwickelt. „Die Zahlen und Fakten sprechen tendenziell für die Fusion“, erklärt er. Letztendlich wird er aber am Sonntag trotzdem gegen die Fusion stimmen, weil er emotional – trotz aller Sachargumente – für die Unabhängigkeit des Singener Krankenhauses ist.

Gudrun Fenten ist für die Fusion. „Ich habe mich intensiv mit dem Thema beschäftigt und bin zu dem Schluss gekommen, dass ein Klinikverbund insgesamt stärker wäre.“ Als Hauptargument führt sie wirtschaftliche Gründe an. „Durch die Fusion können Kosten gesenkt und Synergieeffekte besser genutzt werden“, so Gudrun Fenten.

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Im Hegau warten viele spannende Geschichten und Begegnungen. Die SÜDKURIER-Lokalredaktion in Singen geht jede Woche mit der Videokamera auf Entdeckungsreise durch die Region. In unserem Themenpaket gibt es alle Videos, zudem finden Sie hier auch die Kolumne "Hegau-Echo" von Andreas Schuler, dem Leiter der Singener Lokalredaktion.

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