Singen (ros) Dichte Wolken am Himmel können die Mitglieder der Volkssternwarte gar nicht brauchen. „Am Wetter hängt alles“, sagt Friedrich Mayer. Und auch Vollmondnächte sind für die Erkundung des Sternenhimmels nicht ideal. Denn dann ist die Aufhellung zu groß, der Mond überstrahlt einzelne Objekte. Aber bei klarer Sicht wird es spannend am Firmament. Dann sind unter anderem lose Ansammlungen von Sternen oder Kugelsternhaufen mit zigtausend Sternen zu sehen. Oder galaktische Nebel aus Gas- und Staubwolken, von denen einige selbst leuchten oder von anderen Sternen angestrahlt werden.
Seit 26 Jahren besteht der Verein Volkssternwarte Singen, der aus diesem Anlass am Sonntag einen Tag der offenen Tür veranstaltet. Aber selbst wenn das Wetter nicht mitspielt, ist ein Besuch lohnenswert. Wie Friedrich Mayer ist auch Wolf Scheinberger ein begeisterter Hobby-Astronom. Die Mitglieder treffen sich auch in freier Natur, um schwierige Objekte auszumachen. Und da kommt Ehrgeiz dazu, Scheinberger sagt: „Das Spannende daran ist, die Objekte selbst zu suchen und auch eigene Bilder zu fotografieren.“ Das mache den Reiz an der Sache aus. Ein Glanzlicht sei es, ein unbekanntes Objekt zu finden. Denn das bekommt den Namen desjenigen, der es entdeckt hat. Aber das werde heute immer schwieriger, weiß Scheinberger. Denn professionelle Stellen seien besser ausgerüstet und rund um die Erde 24 Stunden besetzt.
Aber auch die Singener Volkssternwarte ist gut ausgestattet. Schon der Anblick der Teleskope in der Kuppel auf dem Dach der Zeppelin Realschule beeindruckt. Je ein Spiegel- und ein Linsenteleskop zum Beobachten der Himmelskörper stehen zur Verfügung, angebracht auf einer Montierung mit elektrischen Motoren. „Damit sind wir eine kleine Sternwarte“, sagt Scheinberger nicht ohne Stolz. Er weiß auch woher der Name kommt: Man muss auf die Sterne warten.
Aber auch bei schlechter Sicht bekommt der Besucher interessante Einblicke in die Himmelskunde mittelsFilmen, Ton-Diaschauen oder der Sammlung kleiner Meteoriten. Darunter auch Steine von Mond und Mars. „Es ist die Faszination zu wissen, woher ein Stein kommt“, zieht Scheinberger den Vergleich zu einem besonderen Diamanten.
Zum Tag der offenen Tür lädt die Volkssternwarte am Sonntag, 17. Mai von 10 bis 17 Uhr in die Zeppelin Realschule, Eingang Rielasinger Straße.
Christel Rossner