Singen Behinderten-Vertreter checken die Singener Klinik

Mitglieder eine Projekts namens Inklusives Krankenhaus testet die Tauglichkeit des Singener Klinikums für Behinderte. Die Behinderten-Vertreter haben wenig zu bemängeln. Einzig Hilfestellungen für Sehbehinderte müssen nachgebessert werden.

Menschen mit Behinderung haben ihre Besonderheiten. Ein Klinikaufenthalt kann für sie und auch für Ärzte und Pflegepersonal zu einer Herausforderung werden. Um Missverständnisse zu vermeiden, hat der Caritasverband Singen-Hegau in Kooperation mit dem Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz das Projekt Inklusives Krankenhaus gestartet. Für das Projekt mit der Singener Klinik machten Mitglieder der Projektgruppe (Reinhard Stark, Franz Götz, Dagmar Hanßler, Oswald Ammon, Martina Kaiser, Gerd Schäfers, Helga Schwall und Klaus Wolf) einen Klinikcheck. Nach Festlegung der Inhalte unternahm die Projektgruppe einen Rundgang vor Ort, um zu prüfen, wie sich eingeschränkte Personen im Singener Krankenhaus zurechtfinden.

Das Fazit war überwiegend positiv: "Unter dem kritischen Blick von Helga Schwall und Klaus Wolf als Behindertenbeauftragte der Stadt waren wir überrascht, wie behindertengerecht die Klinik schon ist", erklärte die Projektbeauftragte Dagmar Hanßler beim Pressegespräch nach der Begehung. Lediglich auf einem Auge sei die Einrichtung blind: Die meisten Verbesserungsvorschläge der Projektgruppenmitglieder im Rahmen des Klinikrundgangs bezogen sich auf die spezifischen Probleme von Sehbehinderten. Die Beschilderung für Flucht- und Rettungswege müsste eindeutiger sein, die Fahrstuhlansage erweitert wie auch Handläufe mit Erkennung der Zimmernummer angebracht werden.

Mit dabei waren auch Oswald Ammon als Behindertenbeauftragter des Landkreises, Gerd Schäfers vom Blinden- und Sehbehinderten-Verband Südbaden, Behinderte aus Einrichtungen der Caritas und Franz Götz als Fachkraft für Arbeitssicherheit im Klinikum. Götz werde nun prüfen, welche Vorschläge umgesetzt werden können.

Um die Betreuung behinderter Menschen während eines Klinikaufenthaltes zu verbessern, werden auch ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht, die ihnen vor Ort hilfreich zur Seite stehen wollen. Ehrenamtliche werden vom Caritasverband geschult und begleitet. Die Projektgruppe aus Mitgliedern der Caritas, einer Angehörigenvertreterin und drei Bewohnern aus verschiedenen Einrichtungen der Caritas hofft auf regen Zuspruch und geht davon aus, dass das Projekt nach Abschluss des Jahres zu einem Selbstläufer wird.

 

Projektbeteiligte und Ansprechpartner

  • Die Klinik: Das Hegau-Bodensee-Klinikum Singen kooperiert als akademisches Lehrkrankenhaus mit der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und ist der größte Standort des Gesundheitsverbundes Landkreis Konstanz. Hier finden sich von der Neugeborenen-Intensivstation bis hin zum Linksherzkatheter-Messplatz hoch spezialisierte Einrichtungen sowie mehrere interdisziplinäre Zentren.
  • Die Caritas: Die katholische Sozialorganisation sieht sich als wichtiger Ansprechpartner für soziale Fragen. Ziel ist, die Umwelt diskriminierungs-, stigmatisierungs- und barrierefrei zu machen. Dazu arbeitet der Caritasverband inklusiv und vernetzt. Als zertifizierter Bildungsträger werden Menschen mit Vermittlungshemmnissen bei der Eingliederung in den Arbeitsmarkt unterstützt.
  • Kontakt: Interessenten können sich melden unter der Telefonnummer (0 77 31) 79 75 32 und 79 75 37. Über E-Mail: zoder@caritas-hegau.de und hanssler@caritas-hegau.de

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