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13.01.2011  |  von  |  44 Kommentare

Konstanz/Singen/Hagnau Aufregung um die Sturmhaube

Konstanz/Singen/Hagnau -  Ungewöhnlich stark maskiert erscheint der Angeklagte Andrej W. in diesen Tagen bei den Verhandlungen des Konstanzer Landgerichts. Er trägt stets eine schwarze Sturmhaube, die nur einen Schlitz mit seinen Augen frei lässt. Doch im Prozess läuft vieles anders, als diese veröffentlichten Fotos zeigen. Ein Blick hinter die Kulissen.

Der Angeklagte betritt den Prozess um den Taximord vom Bodensee mit einer Sturmhaube auf dem Kopf den Gerichtssaal im Landgericht in Konstanz. Das erregt die Gemüter.  Bild: Patrick Seeger (dpa)

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Redakteur Singen / Redaktionsleiter

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Der Angeklagte wird vor Prozessbeginn an den Verhandlungstagen von seiner Zelle direkt neben dem Gerichtssaal in den Saal geführt. Drei, vier Minuten lang trägt er die Sturmhaube. Genau so lang, wie Pressevertreter ihn filmen und fotografieren. Sobald diese, nach wenigen Momenten, den Saal mit ihren Kameras verlassen müssen, nimmt Andrej W. seine Mütze sofort ab.

Er zieht sie dann auch während des Prozessverlaufs nicht wieder auf. Er sitzt stundenlang unmaskiert im Raum, darf aber in dieser Situation nicht mehr gefilmt werden, sagt das Gesetz. Bilder von Angeklagten dürfen laut Presserecht nur gezeigt werden, wenn die Betroffenen unkenntlich gemacht wurden.

Dies geschieht meist mit schwarzen Augenbalken oder digital durch ein so genanntes Verpixeln der Fotos, also eine Unkenntlichmachung. Die schwarze Sturmhaube ist eine sehr drastische Form der Unkenntlichmachung und in dieser extremen Form ungewöhnlich.

Der Angeklagte betritt den Prozess um den Taximord vom Bodensee mit einer Sturmhaube auf dem Kopf den Gerichtssaal im Landgericht in Konstanz. Das erregt die Gemüter.
Anwalt: "Maske dient zum Schutz meines Mandanten"

Die Maskierung geschehe zum Schutz seines Mandanten, erklärt Anwalt Klaus Frank. In der Untersuchungshaft habe Andrej W. Morddrohungen bekommen. Das bestätigten bereits vor einigen Wochen auch ein damaliger Mithäftling des Tatverdächtigen dem SÜDKURIER. Vor allem die russischen Mitgefangenen waren hochgradig erzürnt über den Deutsch-Russen, der nach ihrer Ansicht die Landesehre Russlands mit der mutmaßlichen Tat in den Schmutz ziehe.

Die Maskierung für die Presse war mit dem Vorsitzenden Richter Jürgen Bischoff abgestimmt, sagt Anwalt Klaus Frank. Bischoff machte auch keine Anstalten, diese Praxis zu ändern. Er wurde in Boulevardmedien für dieses Vorgehen scharf angegriffen. Für eine Stellungnahme ist der oberste Richter dieses Prozesses heute nicht zu erreichen. Er besucht mit weiteren Kollegen das Opfer des Singener Falles in einer Spezialklinik in Tübingen.

Alles zu dem Fall im Dossier
So sehen die User den Taximord-Prozess
Analyse des zweiten Prozesstages
Umfrage unter Prozess-Besuchern
Interview mit Verteidiger Frank
Bilanz des ersten Prozess-Tages
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Der Taximord im Rückblick
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Chronologie des Taximordes

In Singen wurde eine Taxifahrerin entführt, brutal vergewaltigt und anschließend mit einem Messer schwer verletzt. Nur kurze Zeit später wurde in Hagnau eine Taxifahrerin tot aufgefunden. Der mutmaßliche Täter Andrej W. wurde wenige Tage später festgenommen.

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Ausserdem
War dieser Typ auch im Südkurier schon ohne Sturmhaube zu sehen.(Ziemlich am Anfang nach der Tat) mehr ...
es ist so
Ich kann derben und ErstMalDenken nur recht geben !!!!!! mehr ...
Sturmhaubendiskusson
Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Wo ist denn der Unterschied, ob ein Beschuldigter sich ... mehr ...
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