Singen Älteres Ehepaar soll fälschlicherweise Telefonsex zahlen
Gerda und Emil Wackershauser sammeln alle Schreiben der Inkassobüros, von denen sie seit August 2010 zu Unrecht bedrängt werden. Die Polizei rät: nie antworten. Bild: gtr
Jetzt platzte Gerda Wackershauser der Kragen. Die 72-Jährige griff zum Telefonhörer und wählte die Nummer der Münchener „Allinkasso“-Firma. Tatsächlich wurde abgenommen. „Sie sind eine Gaunerfirma“, rief Gerda Wackershauser in den Hörer. Und: „Von uns werden Sie kein Geld bekommen.“ Worauf sie die lapidare Antwort erhielt: „Das werden wir ja sehen.“
Geld will die Firma von dem betagten Ehepaar. So wie ein weiteres Inkassobüro, das unter dem Namen „Czech Media Factoring“ firmiert. Telefonerotik-Dienstleistungen sollen die beiden in Anspruch genommen haben. Doch sowohl Gerda Wackershausen, wie ihr Mann Emil (80) versichern glaubhaft, dass sie solcher Art Serviceleistungen niemals in Anspruch genommen haben.
Im August vergangenen Jahres kamen die ersten Rechnungen. Mal an Emil, mal an Gerda Wackershauser. Mal waren es 90, mal 125 Euro. Jede Woche flattern neue Rechnungen ins Haus. Allein in dieser Woche kamen zwei Rechnungen über 264,52 und 180 Euro. „Das geht an die Nerven“, sagt die Empfängerin. Den Fall haben sie der Polizei gemeldet.
Michael Aschenbrenner von der Polizeidirektion Konstanz kennt solche Fälle und weiß, wie hartnäckig und dreist diese Inkassobüros sein können. Er rät, die Schreiben zu ignorieren, sie jedoch nicht zu vernichten, für den Fall, dass die Firmen später noch ein Gericht bemühen. Dann müsse unverzüglich Widerspruch eingelegt werden.
Ein Gang ins Internet zeigt, dass auch andere schon mit Czech Media Factoring unangenehme Erfahrungen gemacht haben. Die Schreiben sind alle identisch. Nur die Namen werden ausgetauscht. Die Verbraucherzentralen der Länder warnen einhellig vor der „Betrugsmasche“.
Wo führt das noch hin....