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Singen „Zum Glück hatte ich einen Helm auf“

Auf dem Weg von der Arbeit nach Hause übersieht ein Autofahrer beim Rückwärtsfahren den 47-jährigen Michael Wegner auf seinem Rad. Durch den Zusammenstoß mit dem Auto stürzt der Radfahrer und prallt mit dem Hinterkopf gegen das Heck des Autos.

Zwei Tage bleibt er mit einer Gehirnerschütterung zur Beobachtung im Krankenhaus. Eine Woche später ist er wieder wohl auf und erklärt: „Hätte ich keinen Helm getragen, wäre ich heute vielleicht so nicht hier.“

Michael Wegner ist froh, dass nicht mehr passiert ist. Das Fahrrad lässt sich reparieren und er kann schon wieder zur Arbeit. Einen Tag vor seinem Unfall hat sich der passionierte Radfahrer einen neuen Fahrradhelm gekauft. „Mein alter Helm war zehn Jahre alt“, erzählt Wegner, der täglich mit dem Fahrrad von Hausen in den Singener Süden zur Arbeit fährt. Heute erscheint ihm dieser Kauf als echter Glücksgriff. Dem 47-Jährigen ist bewusst, dass er mit seiner Gehirnerschütterung und den Prellungen glimpflich davon gekommen ist und dass sein Helm dazu einen entscheidenden Beitrag geleistet hat. Rund 60 Unfälle mit Fahrrädern gibt es, laut statischem Landesamt, alleine in Singen jedes Jahr. „Es gibt sehr viele Freizeitunfälle, gerade auch mit Fahrrädern“, weiß Klaus Scheidtmann, ärztlicher Direktor des Hegau-Jugendwerks, aus seiner täglichen Arbeit. Der Neurologe behandelt viele Patienten, die sich bei einem Unfall schwerwiegende Kopfverletzungen zugezogen haben. „Wenn der Kopf fest aufschlägt, sind die Folgen meist nachhaltiger Natur. Ein gebrochener Arm verheilt in ein paar Wochen, ein verletzter Kopf braucht sehr lange dafür“, gibt der Mediziner zu verstehen. „Bei einem Sturz auf den Kopf schlägt das Hirn an den Knochen an, an diesen Stellen kann es zu Einblutungen kommen, aber auch zu Blutungen innerhalb des Gehirns sowie zu Einreißung der feinen Nervenendigungen“, erläutert Scheidtmann. Eine lange Ausheilphase und Rehabilitationsmaßnahmen, um die betroffenen Regionen wieder zu aktivieren, seien erforderlich. „Uns sind die Patienten lieber, die erst gar nicht zu uns kommen. Mit Helm ist man ein Stück weit sicherer“, betont Scheidtmann. Davon ist auch Rainer Stroppa, Inhaber des gleichnamigen Fahrradgeschäfts in Singen, überzeugt: „Der Trend geht zum Helm. 80 bis 90 Prozent der Kunden kaufen zum neuen Fahrrad auch einen Helm.“ Initiativen, wie das Präventionsprojekt „Stadthelm“, findet Rainer Stroppa dennoch sehr sinnvoll. Das Prinzip ist einfach: Ein Helmmodell in zwei Farben, in mittlerer Preislage und mit dem Schriftzug der Heimatstadt oder der Region versehen, soll gerade auch jüngere Menschen ansprechen und das Klischee vom „uncoolen“ und unattraktiven Helm vertreiben. Initiiert wurde das Projekt vom Bundesverband Kinderneurologie-Hilfe. „Der Stadthelm funktioniert über die Individualität, die durch den Schriftzug Identifikation schafft. Wir verkaufen ihn mittlerweile sehr gut“, freut sich der Geschäftsmann. Besonders wichtig sei, dass sich in der letzten Zeit viel an der Optik der Helme getan habe. Sie seien sehr leicht und luftdurchlässig und hätten ein ansprechendes Design: „Das ist nichts Hässliches mehr. Auch ältere Leute kaufen sich zum E-Bike mittlerweile Helme dazu“, so Stroppa. In den vergangenen fünf Jahren habe sich der Verkauf von Radhelmen um 100 Prozent gesteigert.

Auch Michael Wegner fühlte sich vom „Stadthelm“ angesprochen, den in unserer Region die Aufschrift „Bodensee“ ziert. Nach seinem Unfall ist er überzeugter denn je: „Ein Helm ist immer wichtig, auch wenn man mal nur kurz aufs Rad steigt“, betont Wegner und hofft andere Radfahrer zum Helmtragen animieren zu können. Ersatz für seinen Unfallhelm hat er bereits. Rainer Stroppa schenkte dem Singener einen neuen Stadthelm, mit dem der 47-Jährige hoffentlich lange unfallfrei im Hegau unterwegs sein wird.

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