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Singen 73 neue Wohnungen in „Praxedis-Gärten“

Die Baugenossenschaft Hegau plant eine neue Wohnanlage: Nach 80 Jahren sollen die einstigen Arbeiterwohnungen der Fitting in der Romeiasstraße einer modernen Wohnanlage mit 73 Einheiten in den „Praxedis-Gärten“ weichen.

Die Baugenossenschaft Hegau, die vor Jahren die Wohnblocks von der Georg Fischer AG abgekauft hat, will die maroden Häuser kommendes Jahr abreißen und die Zahl der Wohnungen glatt verdoppeln – bei kaum vergrößerter bebauter Fläche.

Der Architekten-Wettbewerb ist jetzt entschieden: Das Konstanzer Architekturbüro Lanz/Schwager hat in einem Verfahren mit fünf vorab ausgesuchten Firmen den besten Vorschlag auf den Tisch gelegt. „Wir sind sehr zufrieden, was bei diesem Wettbewerb herausgekommen ist. Das gibt eine ganz neue Adresse für Singen“, zeigt sich Axel Nieburg als Geschäftsführer der Baugenossenschaft Hegau überzeugt. Die Hegau ist mit 4500 Mitgliedern und fast 2000 Wohnungen die größte Baugenossenschaft der Region.

Mit 15 Millionen Euro Investitionssumme sei das Vorhaben das größte Mehrfamilienhaus-Projekt in der mehr als 60-jährigen Geschichte der Baugenossenschaft, erklärt Nieburg. Entsprechend sorgsam gehe man deshalb auch bei der Planung vor. Nach der Entscheidung des Architekten-Wettbewerbs gehe es nun an die bauliche Umsetzung. Start für das lang gestreckte Gebäude an der Romeiasstraße unweit des Praxedisplatzes könnte im Sommer kommenden Jahres sein. Als Bauzeit würden anderthalb bis knapp zwei Jahre gebraucht, schätzt Nieburg.

36 Wohnungen bietet der Altbau heute. Im neuen Haus werden es mehr als doppelt so viele sein. 73 Einheiten hat die Baugenossenschaft geplant. Das Besondere daran: 18 Zweizimmer-Wohnungen werden als Mini-Variante angeboten, mit 45 Quadratmetern. 15 Dreizimmer-Wohnungen werden ebenfalls in Mini-Größe (65 Quadratmeter) vorgesehen. Daneben gibt es weitere Einheiten mit etwas größerem Querschnitt sowie sechs Vierzimmer-Wohnungen mit 85 bis 95 Quadratmetern. Hintergrund dieser kleinen Wohnungen sei der deutlich gestiegene Bedarf, sagt Geschäftsführer Nieburg. „Viele Menschen, vor allem ältere, wollen lieber kleinere, dafür aber mehr Zimmer in ihrer Wohnung“. Zugleich sollten die Wohnungen aber weiterhin bezahlbar bleiben. Da verändere sich der Bedarf markant und dem trage eine Baugenossenschaft mit diesem neuen Wohn-Modell der Mini-Wohnungen Rechnung.

An Platz werde gespart, aber nicht an Komfort und ansprechender Architektur. Der Bau werde hochwertig ausgeführt. Geplant sei das Gebäude im Passivhaus-Standard, also besonders nutzerfreundlich, was die Energiekosten angehe (siehe Text rechts). Gebaut werde eine Tiefgarage, womit dann deutlich mehr Abstellflächen als heute zur Verfügung stünden. 1936, beim Bau der alten Häuser, wurden keinerlei Garagen angelegt. Alle Wohnungen haben einen Balkon oder eine Terrasse.

Die 120 Asylbewerber, der aktuell im Altbau leben, können noch bis Jahresende 2016 auf alle Fälle dort bleiben, vielleicht auch länger, bis zum Abriss im Sommer 2017. Das müsse die Stadt entscheiden, sagt Nieburg.

 

Das bietet die neue Wohnanlage der Baugenossenschaft Hegau in der Romeiasstraße


Heizkosten-Flatrate: In der neuen Wohnanlage der Baugenossenschaft Hegau soll eine sogenannte Flatrate für die Heizkosten angeboten werden. Dahinter steckt der Gedanke, dass man einen festen Betrag für die Heizkosten bezahlt, ganz gleich, wie viel Energie man tatsächlich verbraucht. Solche „gleich bleibenden Raten“ gibt es beispielsweise auch im Telefonbereich. Ihr Vorteil: Man kann kalkulieren, wie viel man für das Heizen einrechnen muss und erlebt bei der Nebenkostenabrechnung keine böse Überraschung, weil Geld nachzubezahlen ist. Dieses Angebot hat die Baugenossenschaft bereits in Konstanz getestet und es laufe dort sehr gut, erklärt Axel Nieburg.

 

Durchgesteckte Wohnungen: Alle Wohnungen der Anlage sind „durchgesteckt“, haben also zwei Außenseiten und sind damit beidseitig belichtet. Der Vorteil: Man hat nicht nur morgens Sonne, sondern auch abends. Und man hat in jeder Wohnung den Vorzug des dahinterliegenden Gartens mit Blick ins Grüne.

 

Grüne Oase: Im Hinterhof der „Praxedis-Gärten“ liegt eine kleine Oase, ein grüner Innenbereich, mit Bäumen und Gärten, der von den bestehenden und neuen hohen Wohnblocks umschlossen ist. Dort sollen private und öffentliche Freiflächen mit Spielplatz und Erholungszonen entstehen. Eine absolut idyllische Lage, die man dort kaum erwartet.

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