Singen 683 Kerzen erhellen Singen: Caritas beteiligt sich an bundesweiter Aktion "Eine Million Sterne"

Am Heinrich-Weber-Platz leuchteten am Wochenende 683 Kerzen und machten Singen zum Teil der bundesweiten Aktion "Eine Million Sterne". Der Erlös kommt unbegleiteten Flüchtlingen zu Gute.

Singen – Der Heinrich-Weber-Platz ist im November nicht unbedingt ein Ort zum längeren Verweilen. Doch am Wochenende war es anders. Mit der Aktion "Eine Million Sterne" hatte der Caritasverband Singen-Hegau den Platz trotz kalten Novemberwetters in einen Ort verwandelt, der die Vorbeikommenden auch zum Innehalten einlud. Hunderte von Kerzen beleuchteten den Platz in der Dämmerung. Seit rund acht Jahren beteiligt sich der Caritasverband an der bundesweiten Aktion "Eine Million Sterne". "Bei der diesjährigen Aktion steht ein Hilfsprojekt von Caritas international für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Marokko im Vordergrund", sagte Vera Speicher, Projektleiterin beim Caritasverband. Der Erlös geht voll an dieses Projekt.

Wie es jungen Flüchtlingen nach wenigen Monaten in Deutschland geht, erfuhren die Gäste beim Interview mit Yvonne Lüsser, Mitarbeiterin in der Flüchtlingsbetreuung in Tengen. Die 16-jährige Tahereh Hossaini, die bislang mit ihrer Familie in Watterdingen gelebt hat, und erst seit sieben Monaten in Deutschland ist, berichtete, dass sie hier das Gefühl hat, zum ersten Mal akzeptiert zu werden. Sie gehört zur ethnischen Minderheit der Hazara und stammt ursprünglich aus Afghanistan. Ihre Familie war aber vorher schon auf der Flucht und lebte zuletzt im Iran.

Der 26-jährige Abeer Khudhur stammt aus dem Irak und lebt seit einem Jahr in Deutschland, zuletzt in der Kreissporthalle in Singen. Er hat schon drei Deutschkurse gemacht und möchte bald eine Lehre als Frisör anfangen. Beide berichteten, dass sie nicht nur durch die Deutschkurse, sondern auch durch Hilfe von neuen deutschen Freunden in kurzer Zeit recht gut Deutsch gelernt haben. Oberbürgermeister Bernd Häusler, der wieder die Schirmherrschaft übernommen hatte, sagte in seinem Grußwort: "Wir wollen hier ein Zeichen für Solidarität setzen". Gern begrüße man andere Kulturen in Singen. Schließlich hätten auch schon vor rund 50 Jahren Menschen aus anderen Ländern ihre Heimat in Singen gefunden, weil sie Arbeit in den Großbetrieben bekamen.

An den Verkaufsständen waren die Behinderten, die vom Caritasverband in verschiedenen Einrichtungen betreut werden, und viele andere Helfer ganz in ihrem Element und verkauften allerlei Leckeres. Unermüdlich spielte die HAWA-Band der Haldenwangschule auf der Peter-Voncken-Bühne, die die Arbeiterwohlfahrt für die Aktion zur Verfügung gestellt hatte. Als das Programm bereits in vollem Gange war, lag es dann in den Händen der Helfer der Singener Jugendfeuerwehr, die 683 Kerzen anzuzünden. Diesmal hatten sie die Kerzen mit einem großen Stern im Zentrum kreisförmig angeordnet.

Die Aktion

  • Zum zehnten Mal hat Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, zur Teilnahme an der bundesweiten Solidaritätsaktion "Eine Million Sterne" aufgerufen. Gemeinsam mit Caritasverbänden, Einrichtungen, Diensten und Pfarrgemeinden haben am 12. November 2016 bundesweit viele Menschen öffentliche Plätze in strahlende Lichtermeere verwandeln und Zeichen für eine gerechtere Welt gesetzt.
  • Die Partner der Aktion in Singen: Behindertenhilfe und soziale Dienste des Caritasverbandes Singen-Hegau, Hawa-Band, Sozialdienst Katholischer Frauen, Eine-Welt-Laden, Jugendfeuerwehr, Helferkreis Asyl und Malteser.

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