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Singen 200 Besucher bei Veranstaltung zu Darmkrebs

200 Besucher bei Veranstaltung zu Darmkrebs. ARD-Moderator Jan Hofer befragt Fachleute.

Unter dem Motto „Durch dick & dünn“ drehte sich am Samstag in der Stadthalle alles um das Thema Darmkrebs. Eine Fülle von Fachleuten sprach mit Moderator Jan Hofer über Früherkennung, Behandlungsmöglichkeiten und den Umgang mit der Krankheit. 200 Interessierte, darunter viele Betroffene, nutzten den Tag zum Austausch und für Informationen.

Das Krebszentrum Hegau-Bodensee mit Professor Jan Harder und Koordinatorin Silke Asal hatte für die Veranstaltung erstmals einen professionellen Veranstalter gebucht und mit dem bekannten Nachrichtensprecher Jan Hofer einen versierten Moderator zu Gast. In den Gesprächsrunden gaben Klinikärzte, niedergelassene Fachärzte und weitere Fachleute, die mit dem Thema „Darmkrebs“ zu tun haben, Auskunft. Das große Thema Darmkrebsvorsorge erläuterte der Internist und Gastroenterologe Frank Gaschler aus Stockach zu Beginn ausführlich und versuchte, den Anwesenden die Angst vor der Vorsorgeuntersuchung zu nehmen. Doch bereits 64 Prozent der Anwesenden haben schon einmal eine Darmspiegelung machen lassen, zeigte die Umfrage per Ted. „Die Botschaft kommt wohl so langsam an“, schloss Jan Hofer aus diesem Ergebnis.

Wenn ein Tumor im Darm festgestellt wurde, ist die Operation, oft auch in Kombination mit Strahlentherapie und/oder Chemotherapie das Mittel der Wahl. Professor Jan Harder erläuterte die verschiedenen Stadien und Matthias Gundlach ergänzte: „Die meisten Stadien werden operiert und das heutzutage oft mit der so genannten Schlüssellochchirurgie, damit ein großer Bauchschnitt vermieden werden kann“. Oft werde heute auch vor der Operation schon eine Strahlentherapie gemacht, um den Tumor schon vorher zu verkleinern, ergänzte die Strahlentherapeutin Susanne Bartelt. „In der Regel umfasst eine Strahlentherapie 28 Einheiten und dauert maximal zehn Minuten je Einheit“. Die Behandlung mit Chemotherapie könne in rund 80 Prozent der Fälle heute ambulant stattfinden, so der niedergelassene Onkologe und Gastroenterologe Thomas Fietz.

Zielgerichtete Therapien

Für fast zwei Drittel der Anwesenden war das Thema „zielgerichtete Therapien“ neu. Die Behandlung mit Angiogenese-Hemmern, die die Gefäßbildung hemmt und somit den Tumor aushungern kann und seit 2005 in Deutschland durchgeführt wird, gehört ebenso dazu wie die Wachstumshemmer.Über alternative Heilmethoden sprach Jan Hofer mit der Apothekerin Stefanie Cantin. Sie war überrascht, dass nur 42 Prozent der anwesenden Betroffenen schon einmal Alternativmedizin zusätzlich in Anspruch genommen haben. Thomas Fietz begrüßt es als Schulmediziner, wenn ein Patient beispielsweise die Misteltherapie zusätzlich probiert.Schließlich berichtete Rita Scharmann, die vor vier Jahren an Darmkrebs erkrankte, von ihren Erfahrungen in der Selbsthilfegruppe. „Mir hat der Austausch sehr viel gebracht“. Leider tauschten sich nur wenige Betroffene gern über dieses Thema aus, weshalb in der Selbsthilfegruppe auch nur ein kleiner Kreis regelmäßig zusammenkommt. Ausschnitte aus dem Film „Ein Tag wie jeder andere? Mein Leben mit Darmkrebs“ lockerten die Gesprächsrunden auf. Zudem gaben Infostände von verschiedenen Organisationen und Selbsthilfegruppen im Foyer Auskunft.


Zur Kampagne

Seit 2010 fand die von der Firma Roche initiierte Info-Kampagne „Durch dick & dünn – Leben mit Darmkrebs“ mit Moderator Jan Hofer in 18 Städten bundesweit statt. Dazu werden vor Ort tätige Mediziner und andere Fachleute aus dem Bereich Onkologie eingebunden.

Die nächste Veranstaltung:

Das Krebszentrum Hegau-Bodensee veranstaltet am Samstag, 4.Oktober, von 11 bis 15 Uhr im Milchwerk Radolfzell seinen 8. Tag gegen den Krebs. Neben Fachvorträgen ist auch die Schauspielerin Barbara Auer zu Gast. Informationen dazu im Internet:

www.krebszentrum-hegau-bodensee.dewww.darmkrebszentrale.de

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