Singen „Es ist eine Erfolgsstory“
Mitarbeiter der Werkstätte St. Pirmin verpacken und etikettieren ökologische Zündwolle, die als Feueranzünder dient, für das Unternehmen P. U. S. in Gaienhofen. Bild: Tesche
Veranstalter waren der Caritasverband Singen-Hegau und Singen aktiv Standortmarketing. Gerd Springe, Vorstandsvorsitzender von Singen aktiv, sagte zur Zusammenarbeit: „Es gehört zu den Aufgaben des Standortmarketing, die Stärken eines Standortes herauszuarbeiten und die Arbeit der Werkstätte St. Pirmin gehört in ethischem und wirtschaftlichem Sinne dazu.“ Es gehe darum, Menschen mit Behinderung in dauerhafte Arbeitsplätze zu vermitteln und Aufträge für die Werkstätte zu generieren. Daran knüpfte Caritas-Geschäftsführer Wolfgang Heintschel an: „Alle Menschen können mit ihrer Behinderung teilhaben durch das Angebot von St. Pirmin.“
Vier Unternehmer schilderten ihre Erlebnisse mit der Inklusion von Menschen mit Behinderungen. „Es ist eine Erfolgsstory. Machen Sie einfach mit“, lud Svend Koch, Geschäftsführer der SAF-Holland Verkehrstechnik, ein. Er zeichnete die Entwicklung der Zusammenarbeit mit St. Pirmin nach. Anfangs wurden die Einzelteile für Reparatursätze, die die Mitarbeiter zusammenbauen, noch in Räume im Dachgeschoss der Werkstätte gebracht. Diesen Zustand fand Koch nicht optimal. Werkstattleiter Martin Leichtle habe ihm angeboten, die Mitarbeiter zu ihm zu bringen. Nach kleineren Umbauarbeiten wurde die Idee erfolgreich realisiert. Allein durch die entfallenden Transporte zu St. Pirmin spare die Firma nun Geld und Personalressourcen.
Siegmund Thierbach, Prokurist bei Arcese Kech Logistics, schätzt ebenfalls die Arbeit der St.-Pirmin-Mitarbeiter. „Wir bekommen viele Schrauben aus Italien in großen Kisten.“ Die Autoindustrie brauche aber kleinere Gebinde, weshalb die Schrauben umgepackt werden müssten. Eigene Leute seien zu teuer gewesen, Schüler zu unzuverlässig. Ein Angestellter habe St. Pirmin empfohlen. Und dabei ist es bis heute geblieben. „Morgens wird ein LKW-Aufleger mit 10 bis 20 Tonnen Schrauben bei St. Pirmin abgesattelt und abends umgepackt abgeholt.“
Die Erfolgsgeschichte eines Mitarbeiters mit Behinderung nannte Michael Kramer, Geschäftsführer von E. W. Gohl. „Vor 15 Jahren ist er ins Unternehmen gekommen. Er wird genauso bezahlt wie alle anderen. Er hat sich eine Eigentumswohnung gekauft und plant seine Hochzeit.“ Kramer ermunterte die anwesenden Unternehmensvertreter, auf St. Pirmin zuzugehen und nach Kooperationsmöglichkeiten zu fragen. Im Gegenzug auch die Betreuer von St. Pirmin, in den Unternehmen für sich zu werben und diese Möglichkeiten aufzuzeigen. Von Startschwierigkeiten berichtete Peter Blümel, Geschäftsführer von Kuttruff Maschinenbau. Gleichzeitig machte er jedoch durch positive Beispiele klar, dass sich die Unternehmen von kleineren Problemen nicht entmutigen lassen sollen.
