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Rielasingen-Worblingen Spitzen-Treffen bei Premiere

15.02.2012
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Die Talwiesenhallen als neuer Veranstaltungsort der Narrenspiele in Rielasingen dienten zugleich als närrisches Thema.

– Was anderswo gerne vergessen wird, kultivieren die Rattlinger bei ihren Narrenspielen in Höchstform: Die Fasnacht ist ursprünglich dazu da, damit die Narren mit den politischen Obrigkeiten ungestraft abrechnen können. Die Premiere der Rattlinger Festspiele in der neuen Festhalle hatte kaum angefangen, da schoss Narrenchef Roland Schoch bereits seine ersten spitzen Pfeile ab: die Talwiesenhallen bestechen im Vergleich zu Christian Wulff mit Stil und Transparenz. Auch Baden-Württembergs Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Peter Friedrich, bekam ordentlich sein Fett weg. Schoch suchte in seinen Begrüßungsworten für den SPD-Minister nach dessen richtiger Amtsbezeichnung und landete schließlich bei „einem Amt, das man einführt, wenn man nicht weiß wohin mit den Leuten“.

Selbstverständlich standen auch die Lokalmatadoren ständig im Fadenkreuz. Kommt der Naturcampingplatz im Aachtal, dann kann Bürgermeister Baumert seine Sprechstunde in Worblingen im Planwagen abhalten, frotzelte der Hasel (Josef Brütsch) in seiner Bütt. Campingplatz und Talwiesenhallen blieben den ganzen Abend über die Top-Themen: „Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Schermuser-Halle heiß“, reimte sich der Schermuser (Bernd Ueltzhöffer) bei seinem Einzug in die neue Festhalle still zusammen, bevor ihn der Nachtwächter (Bernhard Beger) und Trubehüter (Roland Schoch) wie gehabt in die Mangel nahmen. „Der Schultes mag alles schöner und größer, so wie er es eben ist“, hieß da ihr Urteil über die Erneuerung des Bahndamms in der Talwiese und des geplanten Kreisels am Lindenplatz.

Dass beide anstehenden Baustellen deshalb als Beilagen zu den TWH dienen, wurden die drei nicht müde zu betonen. Spitze Pfeile flogen auch gegen das Brimborium um den Campingplatz. „Die Worblinger wollen eben nicht noch mehr Leute, wie sie selber sind und schon haben“, kommentierte Schoch die breite Ablehnung der Pläne in Worblingen. Cecille (Dagmar Wenzler-Beger) und Hermine (Edith Auer) hechelten das Thema ebenfalls genüsslich durch. Während letztere vorsorglich mit dem E-Bike zum Campen anreiste, um ja keinen Straßendreck ins Aachtal zu importieren, sinnierte Cecille, die Worblinger täten sich mit ihrem Widerstand „in den Urin treiben“, also in weiterhin satt gegüllte Äcker.

An musikalischen Spitzen fehlte es ebenso nicht. „Die singenden Mafiosi“ eroberten den Saal im Sturm.

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