Reichenau (as) „Vom Umsatz her war es kein Spitzenfest, aber es war harmonisch, nicht zu voll und es sind keine besonderen Vorkommnisse zu vermelden“, so das Fazit von Karl Wehrle, Organisator des Reichenauer Wein- und Fischerfestes, das gestern zu Ende ging. „Richtig gestoßen voll war es nie; es war ein angenehmes Durchkommen.“
Die Reichenauer sind insgesamt mit dem Verlauf des traditionellen Festes zufrieden. Karl Wehrle ist der Ansicht, dass im Vergleich zum Vorjahr weniger Besucher zum Fest gekommen seien. Zum einen, so meint er, habe sich die Überschneidung mit dem Konstanzer Weinfest dezent bemerkbar gemacht, zum anderen fehlten am Samstag die Schweizer Gäste, die ihre Bundesfeier zelebrierten. Aber gerade das etwas geringere Besucheraufkommen hat dem Fest mit seiner Atmosphäre am Yachthafen Herrenbrücke nicht geschadet. Oder, wie Karl Huber, Vorsitzender des Winzervereins Reichenau, feststellt: „Die alten Reichenauer sagen: ‚Me mue au z'friede si könne.' „ Und das ist Huber auch, der auf die Frage, welche Reichenauer Weinsorte in diesem Jahr der Renner war, spontan äußert: „Der Weißherbst ist gelaufen wie der Teufel“, wobei er nebenher den Rosé noch nennt.
Prinzessins Lieblingswein
Apropos Lieblingsweine: Bürgermeister Volker Steffens wollte während des sonntäglichen Frühschoppens von der Badischen Weinprinzessin Michaela Baldinger wissen, welche Weinvorlieben sie habe. „Ich trinke eigentlich alles“, meinte die junge Weinhoheit, und fügte an, dass ihr in den Sommermonaten Müller-Thurgau und Weißburgunder am meisten mundeten.
Die Reichenauer Weine erfreuten sich insgesamt großer Beliebtheit, was allerdings zu einer „Beschwerde“ am Sonntagmorgen führte. Giraffen-Star Karle Maurer, der sowohl am Freitagabend, als auch am Sonntagmorgen traditionell mit einer Giraffen-Delegation den Reichenauern seine Aufwartung machte, sagte zu Bürgermeister Steffens, er müsse sich immer für seine Damen opfern, damit die Flasche Wein nicht warm werde, erläuterte er. Die Giraffen-Damen hingegen beschwerten sich mit keinem Wort, sondern waren voll des Lobes. „Der Freitag war grandios; einmalig“, schwärmte beispielsweise Friedel Weber, die selbstverständlich dem Wollmatinger Musikverein, der für die Freitagabend-Unterhaltung zuständig war, als treuer Fan folgte. „Die Leute haben ganz toll mitgemacht und wir hätten beinahe keinen Platz mehr vor der Bühne ergattert.“
Das Reichenauer Wein- und Fischerfest ist eben sehr beliebt, auch bei prominenten Gästen. Auch das hat schon Tradition, wie so vieles auf der Au. Wirtschaftsminister Ernst Pfister, den Karl Wehrle als „ein Achtel Reichenauer“ bezeichnet hatte, beehrte die Festgemeinschaft zur Eröffnung, weitere Politiker folgten.Reichenauer Fischerfest
Reichenauer Fischerfest Teil II
Reichenauer Fischerfest Teil III