Der Sonntag zählte wohl zu den schönsten Tagen im Leben von Karl Wehrle, Hauptorganisator des Reichenauer Wein- und Fischerfestes. Er war rundum zufrieden und glücklich. Zum einen mit dem Verlauf der 33. Freiluft-Veranstaltung am Yachthafen Herrenbrücke. „Es war ein bombastisches Weinfest“, sagt Wehrle und ergänzt: „Rekordverdächtig“.
Tausende Besucher kamen zu der dreitägigen Veranstaltung. „Einen solchen Besucherandrang habe ich noch nie erlebt“, stellt der erfahrene Organisator fest. Während aller drei Festtage kamen die Besucher bereits zu früher Stunde. „Alle elf ausrichtenden Vereine sind mit dem Festverlauf zufrieden. Ich bin sicher, dass sie ein tolles Ergebnis verbuchen können“, sagt Wehrle bezüglich der Umsätze, welche die Vereine für ihre Arbeit dringend benötigen. Auch die Besucher seien, was der Organisator zu hören bekam, sehr zufrieden gewesen. Nur mit einem Punkt war Wehrle nicht zufrieden: Mit den Sonderbussen der SBG. Der Busbetreiber habe nicht auf den hohen Bedarf reagiert. Die Sonderbusse seien rasch überfüllt gewesen, so dass zahlreiche Weinfestbesucher gar nicht mehr mitgenommen werden konnten. „Wir als Fest-Komitee erwarten, dass ein privatwirtschaftlicher Partner den Bedarf deckt und reagiert“, so Wehrle, „da werden wir noch ein Gespräch führen.“
Trotz dieses Wermutstropfens gab es aber noch einen zweiten Grund, warum Karl Wehrle glücklich war: Zum Frühschoppen konnte er mit der badischen Weinkönigin Katharina Zimmer und den beiden badischen Weinprinzessinnen Daniela Sättele und Larissa Stäbler gleich drei junge, hübsche Weinhoheiten um sich scharen. Vor allem Daniela Sättele wurde besonders geehrt. Der Winzerverein Reichenau habe 116 Jahre lang gewartet, bis er eine badische Weinprinzessin hervorbrachte, so Karl Huber, Vorsitzender des Reichenauer Winzervereins. Bürgermeister Wolfgang Zoll lobte ebenfalls die Reichenauer Schönheit. „Was aber fehlt unserer Prinzessin?“, wollte er wissen. Natürlich: ein Prinz. „Leider ist der Prinzenmarkt relativ ausgeschöpft. Prinz Harry wäre noch zu haben, aber den konnten wir uns nicht leisten“, so Zoll. So überreichte er Daniela Sättele einen Frosch; so habe sie zumindest „die Chance auf einen Prinzen“. Sie muss nun in die weite Welt hinaus, um eine Lanze für die badischen Weine zu brechen. So geht es bald in die deutsche Vertretung nach Moskau, wo Reichenauer Müller-Thurgau kredenzt werden soll.
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