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Reichenau Start mit Übergangslösung: Strandbad Reichenau hat im Sommer einen Kiosk und freien Eintritt

Durch Bauverzögerungen im Strandbad Reichenau ist ein Interessent für die Gastronomie abgesprungen. Das Gebäude wird erst im lauf der Saison fertig. Nun gibt es eine Übergangslösung mit Kiosk und freiem Eintritt ins Bad, das am 1. Juni öffnet.

Ein Strandbad nur mit einer Pommesbude will niemand, da sind sich alle im Reichenauer Gemeinderat einig. Doch etwas in dieser Art wird es nun in dieser Saison geben: einen Kiosk statt eines Restaurants. Aufgrund der Verzögerungen beim Neubau hätte das Gastronomiegebäude erst im August fertig werden sollen, nun seien aber die letzten beiden verbliebenen Interessenten für die Gastronomie abgesprungen, so Bürgermeister Wolfgang Zoll. Der eine aus gesundheitlichen Gründen, der andere sagt: "Wir können nicht mitten in der Saison starten. Da ist es schwierig, Personal zu finden.“ Stattdessen werde es in dieser Übergangssaison eine Art Kiosk mit Getränken und Kleinigkeiten zu essen geben. Eine Wirtsfamilie, die das auch in anderen Strandbädern im Landkreis anbiete, werde das übernehmen und ebenso die Badeaufsicht, erklärt Zoll. Dieser Kiosk werde nördlich des neuen Sanitärgebäudes sein.

Der Badebetrieb im Strandbad Reichenau soll aber ab dem 1. Juni möglich sein. Dies sagen der Bürgermeister und Bettina Grathwohl vom Ortsbauamt. Allerdings wird das Bad dann in Teilen immer noch eine Baustelle sein. „Bis dahin werden wir die Umkleidekabinen saniert haben“, versichert Grathwohl. „Im neuen Sanitärgebäude stehen auf alle Fälle ab 1. Juni Toiletten für Badegäste zur Verfügung.“ Auch das Behindertenbad werde bis dahin fertig und im Lauf des Junis sollen auch die Duschen nutzbar sein. Beim neuen Wasserspielplatz werden bis Anfang Juni der Sandkasten und die Wasserrinne angelegt, so Grathwohl. Es gebe aber Lieferschwierigkeiten bei den Spielgeräten, die wohl erst bis Ende Juli kommen.

Während der Sanitärtrakt trotz Verzögerungen beim Neubau schon recht weit gediehen ist, stehen vom neuen Gastronomiegebäude bisher nur ein paar Außenmauern. Nachdem es nun aktuell ohnehin keine Pachtinteressenten gebe, setze die Gemeinde sich nicht weiter unter Druck und plane die Fertigstellung im Herbst, so Grathwohl. Und Zoll sagt, bis dahin solle auch klar sein, wer die Gastronomie übernehme. Die Verpachtung werde nun neu ausgeschrieben, wobei der eine abgesprungene Bewerber durchaus weiter Interesse habe.

Aufgrund des Provisoriums und der Baustelle werde man in dieser Saison keinen Eintritt verlangen, erklärt Zoll. Der Zugang zum Bad werde allerdings in den Nordosten ans Ende der Außenhecke verlegt, so Grathwohl. Die Besucher würden dorthin zwischen Bauzäunen geleitet – aus Sicherheitsgründen, weil der Vorplatz des sonstigen Eingangs für Handwerkerfahrzeuge benötigt werde.

Trotz der Bauverzögerung hat die Verwaltung zusammen mit dem Architekten Michael Wößner ein Möblierungskonzept für die Gastronomie erarbeitet, das Grathwohl nun im Gemeinderat vorstellte. Bei der Farbgebung orientiere man sich an der Natur des Ortes. Grau, Weiß, Türkis und Olive seien vorgesehen. Beim Eingang links gebe es die Theke, aber ohne Barhocker, um mehr Platz für Stühle mit und ohne Armlehne sowie Tische zu haben. Im Gastraum seien Zonen durch eine lange, aber teilbare Sitzbank mit mehreren kleinen Tischen mit Mittelfuß und Eichenplatte vorgesehen. Auf der rechten Seite des Gastraums sei dagegen eine lange Tafel aus mehreren kleinen Tischen geplant. Zudem werde es Einzeltische geben und an der Fensterfront zur Terrasse einen Loungebereich mit Sesseln im Retrostil und kleinen Hockern.

Insgesamt werde es 60 Sitzplätze innen und 94 auf der Terrasse geben. Dort seien stapelbare Gartenstühle, Tische mit Mittelfuß und drei mal drei Meter große Sonnenschirme ohne Werbung vorgesehen. "Wir haben alle Möbel Probe gesessen", betonte Grathwohl. Und zu den Kosten sagte sie: "Wir bewegen uns im mittleren Standard." Insgesamt soll die Möblierung rund 100 000 Euro netto kosten, wovon im Haushalt zirka 80 000 überplanmäßig zu finanzieren seien, weil diese Ausstattung in den Schätzungen bisher nicht vorgesehen war. Die Gesamtkosten steigen damit auf rund 2,2 Millionen Euro.

Das moderne Möblierungskonzept für eine Gastronomie mit Qualität wurde zwar allgemein im Gemeinderat gelobt. Ines Happle-Lung (Freie Liste Natur) sagte aber, es sei der falsche Weg, dies alles schon festzulegen, ohne dass der Pächter mitreden könne. Der Bürgermeister entgegnete, durch das Raumkonzept lege die Gemeinde fest, dass es kein simpler Imbiss sei. Der Pächter wisse, was ihn erwarte, denn das Konzept werde der Ausschreibung beigelegt. Zudem lasse es durchaus noch Spielräume. Rechnungsamtsleiter Tobias Schöll erklärte zudem, es sei aus steuerlichen Gründen günstiger, nicht nur ein leeres Gebäude zu verpachten, weil die Gemeinde das Strandbad – wie den Campingplatz – künftig als Betrieb gewerblicher Art führen wolle.

 

Winter ist Hauptgrund

Als Gründe für die Verzögerung beim Neubau des Strandbads Reichenau nennt Bettina Grathwohl vom Ortsbauamt zum einen, dass die Baugenehmigung vom Landratsamt spät erteilt worden sei. Ein Problem sei aber vor allem der Frost zu Jahresbeginn gewesen. "Wir haben eineinhalb Monate verloren durch den Winter. Es sei zudem nicht einfach gewesen, naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen zu finden. Bürgermeister Wolfgang Zoll betont, es handele sich um einen sensiblen Bereich im Landschaftsschutzgebiet, und beim Ausgleich gehe es um die Gleichwertigkeit. Und Grathwohl betont: "Die Handwerker haben null Schuld. Die geben alles." (toz)

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