Allensbach/Reichenau – Satte Zugewinne für FDP und Grüne, deutliche Verluste für die CDU und einen Absturz der SPD ergab die Bundestagswahl in den beiden Gnadenseegemeinden. In Allensbach käme Schwarz-Gelb auf rund 55 Prozent, in Reichenau sogar auf fast 58. Die Wahlbeteiligung war besser als bundesweit, aber schlechter als bei der vorigen Wahl: In Allensbach sank sie um 5,1 Punkte auf 78,6 Prozent, von den Reichenauern gingen 76,9 an die Urnen, das ist ein Minus von 6,2 Punkten.
Bemerkenswert: Andreas Jung (CDU) konnte seine guten Ergebnisse von 2005 halten, gewann in Allensbach mit 47,5 Prozent leicht dazu und verlor in Reichenau mit 50,5 nur minimal. Der große Verlierer ist dagegen Peter Friedrich (SPD), der in Allensbach um 9,5 Punkte auf 20,6 absackte und in Reichenau um 7,3 auf 18,7 Prozent. Ein paar Punkte Zugewinn gab es in beiden Gemeinden für die Kandidaten von FDP und Grünen, wobei Till Seiler jeweils etwas mehr zulegte als Birgit Homburger. Franziska Stier und die Linke gewannen zwar ebenfalls dazu, spielen aber mit maximal fünf Prozent (bei den Zweitstimmen in Allensbach) weiter keine Rolle. Wie bundesweit schnitten die Piraten bei den übrigen Parteien mit zwei (Allensbach) beziehungsweise 2,5 Prozent (Reichenau) am besten ab.
Dramatisch ist der Absturz für die SPD bei den Zweitstimmen: In beiden Gemeinden fielen die Sozialdemokraten hinter die FDP zurück und liegen nur noch knapp vor den Grünen. In Allensbach gewannen die Freien Demokraten 5,4 Punkte hinzu, liegen nun bei 19,9. Die SPD verlor 9,4 Prozent, sackte auf 18,5 ab. Die Grünen holten 3,5 mehr und liegen nun bei rund 17 Prozent. Die CDU büßte 4,7 Punkte ein, ist aber mit 35,1 Prozent natürlich weiter klar stärkste Kraft.
Ähnlich in der Gemeinde Reichenau, wobei hier die CDU mit über sieben Prozent (nun 37,3) fast gleich stark einbüßte wie die SPD (nun 16,22). Noch deutlicher hat dagegen die FDP gewonnen: plus 7,5 auf 20,5 Prozent. Die Grünen legten um 2,2 Prozent auf 16,18 zu.
CDU und FDP waren auf der Insel Reichenau stärker als auf dem Festland, wo SPD und Grüne besser abschnitten. In Allensbach fällt auf, dass im Kernort die CDU mehr verlor als in den Ortsteilen, die SPD weniger stark einbüßte. In beiden Gemeinden war die Zahl der Briefwähler wieder sehr hoch, in Allensbach nutzte dies fast ein Fünftel der Wahlberechtigten.
