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Reichenau Reichenau: Wolfgang Zoll fordert Bürgermeister Steffens heraus

19.09.2009
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Der Stimmzettel für die Reichenauer Bürgermeisterwahl am 25. Oktober füllt sich so langsam. Mit Wolfgang Zoll hat nun der zweite parteilose Gegenkandidat von Amtsinhaber Volker Steffens seine Bewerbung abgegeben.

Reichenau – Die Bürgermeisterwahl verspricht spannend zu werden. Neben dem Konstanzer Rechtsanwalt Holger Amann gibt es mit Wolfgang Zoll einen weiteren ernstzunehmenden Gegenkandidaten von Volker Steffens. „Im Dialog mit der Bürgerschaft will ich Reichenau mit klarer Leitung, Kompetenz und visionärer Kraft zu einer modernen Gemeinde entwickeln, auf die die Bürgerinnen und Bürger stolz sein können“, so Zoll: „Transparente Kommunikation und Verlässlichkeit ist für mich das Zentrale.“ Die Gemeinde Reichenau sei „einzigartig“ – in erster Linie natürlich die Insel mit ihrer Kombination aus großer Vergangenheit und Weltkulturerbe, Gemüsebau und Tourismus. Aber er wolle sich auch „bewusst aufs Festland konzentrieren“, schauen, wie man die dortigen Ortsteile entwickeln kann. „Ich bin froh, wenn es viele Facetten gibt. Das reicht weit über das hinaus, was sonst eine 5000-Einwohner-Kommune bietet.“ Mit 43 Jahren „ist es an der Zeit die Gesamtverantwortung für eine Kommune zu übernehmen“. Eine Unterstützergruppe hat er nicht, möchte auch keine.

Zoll kennt die Reichenau bisher vor allem durch ihre Kirchengeschichte, von Exerzitien und Ferien. Er hat aber in der Gemeinde schon einige Gespräche geführt und kennt die großen Themen. „Ein integrierter Gemeindeentwicklungsprozess wäre wichtig“, so sein Eindruck. In einem Entwicklungskonzept könne man nicht nur den Wohnbau berücksichtigen, sondern müsse den Gemüsebau, Tourismus und Verkehr einbeziehen. Natürlich sei dies für alle mit Kompromissen verbunden. „Es muss gerecht zugehen.“ Durch seine bisherige berufliche Laufbahn sieht sich Zoll gerüstet für die Aufgabe. Als Priester sei er in Moderation und Gesprächsführung ausgebildet und habe viel über den Umgang mit Menschen gelernt. Das sei auch die Brücke gewesen für seinen Wechsel in die Verwaltung. In der Zeit in Brackenheim und Ludwigsburg habe er gelernt, wie man „aus guten Ideen und Visionen durch konkrete Verwaltungsarbeit Wirklichkeit“ mache. „Sowohl im Kommunalen wie in der Pfarrseelsorge kommt es darauf an, mit allen zu kommunizieren, sich alle Anliegen anzuhören“, so seine Erfahrung: „Pfarreien wie Kommunen haben das Interesse, das Gesamte eines Gemeinwesens im Blick zu halten.“ Natürlich könne man nicht alles aufgreifen und umsetzen, aber es sei wichtig, auf die Bürger zu hören und dies einfließen zu lassen. Patentrezepte habe er zwar keine. Aber er wolle in den kommenden Wochen in vielen Einzelgesprächen und bei Hausbesuchen die Sorgen und Probleme besser kennen lernen, sich mit den Themen näher vertraut machen.

In Brackenheim hat er unter anderem den Stadtentwicklungsplan moderiert und sich damit für die Leitung des Hauptamts empfohlen. 2006 bewarb er sich als Sozialbürgermeister in Ludwigsburg. Er scheiterte zwar, hinterließ aber offenbar einen so guten Eindruck, dass der vormalige Konkurrent Konrad Seigfried ihn als Leiter des größten Fachbereichs „Bildung, Familie und Sport“ in sein Team holte. Aus Journalistenkreisen in Ludwigsburg war zu erfahren, dass sich Zoll vor allem in den Bereichen Betreuung, Bildung und Kultur profilieren konnte.

Wahlkampauftakt am 26. September um 11 Uhr im SV-Clubheim

Informationen im Internet:

www.wolfgang-zoll.de

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