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Reichenau Gasthof Schiff wird aufgetakelt

29.07.2009
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Der Reichenauer Gemeinderat hat unter Auflagen den Weg frei gemacht für den Ausbau des Restaurants „Schiff“ zum kleinen Hotel. Die Bauherren sollen verpflichtet werden, umliegende Freiflächen baulich nicht zu nutzen, bis der künftige Bebauungsplan steht. Er will Schranken für die Bebauung weiterer Freiflächen in zweiter Reihe setzen.

Reichenau – Die Gemeinde Reichenau will über Bebauungspläne Domino-Effekte bei Bauvorhaben verhindern. Denn mit einer Genehmigung können schnell neue Baulücken entstehen, die neue Bauanträge nach sich ziehen. Die Furcht vor einem Rattenschwanz an Folgeanträgen bestimmte in der aktuellen Gemeinderatssitzung die Debatte über den Ausbau des Gasthofs „Schiff“ in der Mittelzeller Straße und den Bau eines landwirtschaftlich genutzten Hauses mit zwei Ferienwohnungen im Gewann Gaisser. In beiden Fällen hofft der Rat durch das Aufstellen von Bebauungsplänen, Freiräume schützen und die Bauvorhaben in verträglicher Form genehmigen zu können.

Für den Gasthof Schiff hat der Gemeinderat ohne Gegenstimme einen schnellen Weg zum Ausbau eröffnet und doch eine Sicherung für die Gemeinde eingebaut. Die neue Betreiberin will das heute meist geschlossenen Traditionsgasthaus wieder beleben. Sie plant einen Anbau für neun Hotelzimmer und ein neues Foyer mit bewirteter Dachterrasse. Die Lage des Neubaus war zuletzt auf Kritik im Gemeinderat gestoßen.

Nun legten die Bauherren nochmals veränderte Pläne vor. Der 2,5-geschossige Neubau hat nun ein abgestuftes Dach, außerdem sind die zunächst auch auf Grünflächen geplanten Parkplätze verschwunden. 13 Parkplätze sollen nun vor dem Haus und an der Mittelzeller Straße entstehen. Die voraussichtliche ganztägige Nutzung der geplanten Parkplätze an der Straße bereitet einigen Räten und Anwohnern Sorge. Sie verwiesen auf den nahegelegenen Kindergarten und Gefahren durch rangierende Hotelgäste.

Sorge bereitete den Räten auch die Vorstellung, dass mit dem Neubau weitere Flächen in zweiter Reihe bebaut werden könnten. Dies soll nun ein Bebauungsplan verhindern. Bis er steht sollen die Bauherren verpflichtet werden, die Freiflächen baulich nicht anzurühren. Auch im Gewann Gaisser entlang der Dr. Karl-Flesch-Straße und der Unteren Rheinstraße soll ein Bebauungsplan einem Wildwuchs vorbeugen. Ein Baugesuch für ein Haus mit landwirtschaftlicher Lagerhalle und Ferienwohnungen wurde für zwölf Monate zurückgestellt.

Auch wenn das Entwicklungskonzept der Gemeinde an dieser Stelle keine Bebauung vorgesehen hatte, dürfte sie nicht zu verhindern sein, darauf wies Bürgermeister Volker Steffens hin. Das Landwirtschaftsamt habe dem Vorhaben eine privilegierte Stellung in Aussicht gestellt. Die Gemeinde könne aber jetzt noch dafür sorgen, dass es sich besonders gut in die Umgebung einfügt und Schranken für eventuelle Folgebebauungen setzen.

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