Demnächst werden an der St. Georgs-Kirche die Restaurierungsarbeiten, die nach Ostern begonnen wurden, fortgesetzt. Momentan tut sich nur wegen der Handwerkerferien kaum etwas bei der Außensanierung des rund 1100 Jahre alten Gotteshauses in Oberzell. Bis Anfang September werden auch die Nord- und Westseite eingerüstet, erklärt Bauleiter Reinhard Künle vom Erzbischöflichen Bauamt. Dann werden auch diese Wände durch heißes Abdampfen von Algen und Flechten gereinigt. „Bis jetzt bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Wir sind im Zeitplan, es gab keine Überraschungen. Ich hoffe, dass wir im Herbst den oberen Teil streichen können“, so der Architekt. Dann könnte dort, oberhalb der Seitenschiffe, das Gerüst vor dem Winter wieder abgebaut werden.
Es handele sich um eine reparierende, restaurierende Maßnahme, betont Künle. Sprich: Was an vorhandenem Material noch gut ist, bleibt erhalten. Beim unteren Sockelputz war dies nicht möglich. Bis auf eine Höhe von zirka zwei Meter wurde der durch aufsteigende Feuchtigkeit schadhafte Putz entfernt und das Mauerwerk gereinigt. Dort wurden dann zwei Lagen naturhydraulischer Kalkputz von Hand nach denkmalpflegerischen Vorgaben aufgetragen. Als nächster Schritt werde hier der Oberputz aufgebracht, so der Bauleiter. Im oberen Teil der Kirche, der an der Süd- und Ostseite bereits durch Abdampfen gereinigt worden ist, bleibe der Putz erhalten. Es gebe nur teils Löcher und lose Teile, die auszubessern seien. Repariert werden müssen auch manche Steine des Turms, wo sich Fugen gebildet hätten. Bereits neu ausgefugt ist der Strebenpfeiler am südlichen Seitenschiff. Bei den Pfeilern an der Nordseite müsse man auch einige Steine ersetzen, so Künle. Das Zifferblatt der Kirchturmuhr sei derzeit zur Renovierung in der Werkstatt.
Im Herbst möchte Künle mit dem Farbanstrich – im gewohnten Gelbton – oberhalb der Seitenschiffe beginnen. „Der obere Bereich hat Vorrang, damit das Gerüst abgebaut werden kann.“ Dies sei aber witterungsabhängig, weil die zu verwendende Mineralfarbe nur bei einer Temperatur von mindestens sechs Grad aufgetragen werden könne, weil sie sonst nicht abbinde. Deshalb ist im Winter Pause. Die restlichen Malerarbeiten werden dann im Frühjahr/Frühsommer 2013 folgen, kündigt Künle an. Die Arbeiten im Außenbereich sollen bis zirka Ende Juni abgeschlossen sein. Zum Abschluss würden dann noch die Wände der Krypta mit einer Lehmpackung abgedichtet.
