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Stockach/Radolfzell

Wut wächst an den Bahnsteigen

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Riesig ist der Ärger bei den Nutzern der Seehas-Verbindung zwischen Stockach und Radolfzell. An vier Tagen ist in dieser Woche der Zugverkehr am Morgen ausgefallen. Auch gestern blieb das so genannte "Seehäsle" um 6.30 Uhr mit Motorschaden auf der Strecke liegen, obwohl die Betreibergesellschaft Eurothurbo erst tags zuvor reibungslosen Zugverkehr angekündigt hat.

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Zu oft bleibt der Seehas zwischen Stockach und Radolfzell im "Thurbo-Loch" stecken. Nicht nur Seehas-Nutzer reißt allmählich der Geduldsfaden. Foto: Sk-Archiv

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Stockach/Radolfzell - Telefonisch haben sich SÜDKURIER-Leser, die der Euro-Thurbo-Mitteilung geglaubt haben, ob der vermeintlichen Zeitungs-Ente beschwert. "Wenn das so weiter geht, muss ich aufs Auto umsteigen, wenn ich meinen Job behalten will", ärgern sich die Bahnkunden über die Unzuverlässigkeit des Nahverkehrsangebotes. "Und das ist verständlich", zeigen sich auch die Bürgermeister und Kreistagsvertreter der Region wenig erbaut von der anhaltenden Pannenserie. "Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit ist Grundvoraussetzung, damit das Angebot angenommen wird", betont der Mühlinger Bürgermeister und CDU-Kreisrat Manfred Jüppner dass das Thema zur nächsten Sitzung des technischen und Umweltausschusses auf die Tagesordnung genommen werden soll.

Euro-Thurbo hat gegenüber dem SÜDKURIER angekündigt, dass das Thema schon zur anstehenden Geschäftsführersitzung am Montag ganz oben auf der Tagesordnung stehen werde. "Wir müssen hier Lösungen finden", kann auch Euro-Thurbo-Sprecherin Cornelia Zürn den Zorn der Kunden verstehen.

Dabei wird schon seit langen seitens des Schienenunternehmens versprochen, die Probleme zu lösen. "Die ständigen Versicherungen, dass es besser wird, sind inzwischen eine unbefriedigende Situation. Qualität heißt Verlässlichkeit", fordert Bernhard Volk als Kreisratsmitglied und Bürgermeister von Orsingen-Nenzingen.

Dabei ist das Problem längst lokalisiert. Die Dieseltriebwagen sind nicht zuverlässig genug. Immer wieder stoppt ein Maschinenschaden den Nahverkehr auf der eingleisig ausgebauten Strecke. "Zweigleisig können wir nicht fahren", räumt der Mühlinger Schultes Manfred Jüppner ein. Aber, so betont er, wenn denn die Züge zuverlässig fahren würden, wäre das fehlende Gleis auch kein Problem.

Dem pflichtet Euro-Thurbo-Sprecherin Cornelia Zürn bei, dass ein zuverlässiges Notfallkonzept her muss. "Uns ist der Ernst der Lage bewusst", betont sie.

Wohl auch, weil im Vertragswerk inzwischen Klauseln festgehalten sind, dass der Landkreis weniger bezahlt, wenn die vereinbarte Leistung nicht erbracht wird. Und davon könne derzeit keine Rede sein, so Bürgermeister Stolz.

"Jetzt haben wir dringendsten Handlungsbedarf", ist er überzeugt, dass der Geduldsfaden der langjährigen Seehas-Nutzer nicht beliebig belastbar ist. "Man kann nicht sagen, dass die Bevölkerung ungeduldig sei...", lobt er die große Zurückhaltung der Menschen in der Region. Dies dürfe aber nicht dazu führen, dass die Region vom Schienenverkehr abgehängt wird.

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Autor: MATTHIAS BIEHLER
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