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Radolfzell Wunschkatalog der Tourismusbranche

17.01.2012
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Tourismus-Experten vom Untersee wünschen sich mehr Unterstützung von der Landesregierung. Bei einer Klausurtagung der SPD mussten die drei SPD-Abgeordneten einige Kritik anhören.
Die Tagung

An Kritik an der Landesregierung mussten sich die drei Mitglieder der SPD-Fraktion im Landtag, Alfred Winkler, Thomas Reusch-Frey und Hans-Peter Storz, bei einem Fachgespräch zum Thema Tourismus einiges anhören. So sei unverständlich, warum der Tourismusbereich mit der grün-roten Regierung in das Ressort des Landwirtschaftsministeriums gewechselt sei. Tourismus sei Wirtschaftsförderung und gehöre ins Wirtschaftsministerium, war die Forderung der Tourismusvertreter. Mehr Unterstützung forderten die Mitglieder der Tourismusbranche generell vom Bundesland Baden-Württemberg. Auch sollte zukünftig eine andere Art der Förderung erfolgen: Statt Förderungen von Investitionen sollten auch konkrete Projekte Fördermittel erhalten können.

Zu kämpfen hätten die Tourismusmacher vor allem damit, dass die Region Bodensee die beiden Bundesländer Baden-Württemberg sowie die Schweiz, Österreich und Liechtenstein betrifft, Fördermittel aus Baden-Württemberg jedoch nur im eigenen Bundesland verwendet werden dürfen, das mache es sehr schwer, grenzübergreifend zu arbeiten, so die Erfahrung der Touristiker. Auch sei die Bürokratie, um an Fördermittel aus dem Interreg-Topf zu gelangen, fürchterlich.

Die verschiedenen Verkehrsverbünde, die um den Bodensee bestehen, mache es für Touristen, die den ÖPNV nutzen, nicht immer einfach. Es sei schwer zu vermitteln, warum die sehr erfolgreiche Gästekarte des VHB bei Bodman-Ludwigshafen ende, führte Steißlingens Bürgermeister Artur Ostermaier als Beispiel an. Neidisch schauten die Mitarbeiter der Tourist- infos über die Grenze zum Beispiel nach Österreich, wo gesamte Regionen durch Tourismusgesellschaften unterstützt werden.

Wichtig sei am Bodensee, die saisonschwachen Zeiten zu stärken, so Daniela Pahl-Humbert von der Internationalen Bodensee-Tourismus GmbH (ITB), im Hochsommer sei der Bodensee sehr gefragt. Durch die vielen Tagestouristen sei die Anzahl der Übernachtungen kein alleiniger Maßfaktor für den Tourismus am Bodensee.

Moos könne neue Tourismus-Modelle wie Tagesplätze für Wohnmobile nicht verwirklichen, der Naturschutz lasse es nicht zu, bemängelte Peter Kessler, Bürgermeister in Moos, auf den Vorschlag von Alfred Winkler, Plätze für Wohnmobile anzubieten. Dazu komme, „der ÖPNV ist schlecht ausgebildet, obwohl große Mittel reinfließen“, erklärte der Bürgermeister den Abgeordneten.

„Muss man Naturschutz im Namen haben, um Projekte finanziert zu bekommen?“, fragte Lucia Kamp von Tourismus Untersee aus Gaienhofen provokant die Abgeordneten. In der Vergangenheit seien von Tourismusbetrieben gestellte Anträge abgelehnt, identische Projekte von Naturschutzorganisationen jedoch unterstützt worden, so ihre Erfahrung. Arthur Ostermeier regte daher an, die Art der Förderungen zu überdenken. Es sei sinnvoller, den Bodensee auf Projektebene zu vermarkten.

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