Radolfzell Wenn die Gemeinschaft ein gutes Gefühl gibt: Radolfzell feiert Erstkommunion

Im Münster gehen am Weißen Sonntag 36 Kinder zur Erstkommunion. Es gibt weniger Kinder, die das Sakrament empfangen. Dafür werden die Feste größer.

Denkt man heute bei dem Begriff "Weißer Sonntag" noch an Ostern oder an Erstkommunion? Oder würde man den Begriff eher im Unterhaltungs- statt im religiösen Zusammenhang sehen? Am ersten Sonntag nach Ostern ist Weißer Sonntag und 36 Drittklässler aus Radolfzell und Möggingen machen den nächsten Schritt ins katholische Gemeindeleben, um zum ersten Mal die heilige Kommunion zu empfangen.

Bei den ersten proben stellte sich eine aufgeregte Kinderschar im Gang des Münsters in zwei Reihen auf und lauschte den Anweisungen von Pfarrer Michael Hauser. Auch das synchrone Knien will geübt sein. So manches Kind war dabei noch etwas abgelenkt. Auch das Aufstellen um den Altar klappt nicht gleich so wie es soll. Die Kerzenständer – befestigt in den vordersten Bänken – halten am Sonntag die Kommunionkerzen. Zwei Kinder werden das weiße Gewand tragen, aber eine Kleiderordnung gibt es nicht, da "der Inhalt wichtiger ist als das Gewand", so Pfarrer Hauser. Die Choreografie ist wichtig, um den Kindern für die erste Teilnahme an der Kommunion Sicherheit zu geben. Auch die Fürbitten werden die Kinder vortragen. Das Opfer geht an kirchliche Einrichtungen in Osteuropa. Sie wollen einen Bus kaufen, um Kinder zum Kommunionsunterricht fahren zu können.

Am Sonntag treffen sich die Kinder im Friedrich-Werber-Haus und stimmen sich mit Liedern ein. Kreuze und Kerzen werden gesegnet, und unter der musikalischen Begleitung der Stadtkapelle ziehen die Kinder dann in die Kirche ein. Nach dem Gottesdienst bringt die Stadtkapelle den Kindern ein Ständchen.

Weitere Erstkommunionen finden an den folgenden Sonntagen in St. Meinrad, in Stahringen und in Liggeringen statt. In Markelfingen und Liggeringen gibt es, weil die Kinderzahlen sinken, einen Zwei-Jahres-Rhythmus. Vorbereitet werden die Kinder von den sogenannten Katechetinnen: Das sind Frauen, oft Mütter, die unter Anleitung der Pastoralreferentin Christina Wöhrle den Kindern einmal in der Woche die Inhalte des christlichen Glaubens – den Katechismus – nahebringen. Die Vorbereitung selbst dreht sich für die Kinder vor allem um die Frage "Was empfange ich?" Der Bund Gottes mit den Menschen – an den Beispielen von Noah im alten Testament und besonders das Leben Jesu im neuen Testament – spielt dabei inhaltlich die wichtigste Rolle. "Wobei es nicht mehr selbstverständlich ist, sein Kind an der Erstkommunion teilhaben zu lassen", sagt Christina Wöhrle. Wenn aber Eltern sich dafür entscheiden, ihr Kind zum Erstkommunionsunterricht zu schicken, dann sind es heute oft große Familienfeste bei der Erstkommunion. Deshalb werden in der Seelsorgeeinheit St. Ratold mehrere Termine angesetzt, damit in den umliegenden Gasthöfen und Wirtschaften gefeiert werden kann. Für die Katechetin Katrin Bosch-Rapp, deren Tochter Carolina zur Erstkommunion geht, ist diese Tradition wichtig. Sie spiegelt für sie die Ernsthaftigkeit des Glaubens wider. "Es ist eine schöne Erinnerung, und meine Tochter ist Teil einer Gemeinschaft, die ihr Kraft, Halt und ein Zugehörigkeitsgefühl gibt."

Erstkommunion

Dieses Jahr gehen am Weißen Sonntag 36 Kinder im Münster zur Erstkommunion. Sie kommen aus Radolfzell und Möggingen. Zusammen mit Katechetinnen haben sie sich vorbereitet und proben zweimal unter Anleitung von Pfarrer Michael Hauser und Pastoralreferentin Christina Wöhrle im Münster. In St. Meinrad sind es 35, in Böhringen 12, in Stahringen 11 und in Liggeringen sind es 13 Erstkommunikanten. (chg)

Kommunionskinder und Weißer Sonntag

  • In der Seelsorgeeinheit St. Radolt feiern in diesem Jahr 137 Kinder die Erstkommunion. Im Münster gehen am Weißen Sonntag 36 Kinder aus Radolfzell und Möggingen zur Erstkommunion. Zusammen mit Katechetinnen haben sie sich vorbereitet. Für Choreografie und Ablauf im Gottesdienst gibt es zwei Proben im Münster. In St. Meinrad sind es in diesem Jahr 35, in Böhringen 12, in Stahringen 11 und in Liggeringen sind es 13 Erstkommunikanten.
  • Für den Weißen Sonntag findet sich auf dem Internetportal der Katholischen Kirche in Deutschland folgende Erklärung für die Bezeichnung dieses Tages: "Früher, kurz nach der Zeit Jesu, als es das Christentum noch gar nicht lange gab, wurde die Taufe in der Osternacht empfangen. Damals waren es vor allem Erwachsene und sie trugen weiße Gewänder. Etwa ab dem siebten Jahrhundert entwickelte sich der Brauch, die weißen Taufkleider von der Osternacht an für acht Tage zu tragen – bis zum ersten Sonntag nach Ostern, dem Weißen Sonntag."

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