Mit einem bunten Programm hat die Stadt Radolfzell am Samstag den Internationalen Tag auf dem Marktplatz gefeiert. Zahlreiche Gruppen aus sieben verschiedenen Ländern verwöhnten dabei die Besucher mit kulinarischen Spezialitäten.
Einen Tag der Begegnung zwischen den verschiedenen Kulturen feierte am Samstag die Stadt Radolfzell auf dem Marktplatz. Bei schönstem Sommerwetter besuchten zahlreiche Menschen die multikulturelle Veranstaltung. Insgesamt 13 Gruppen aus sieben verschiedenen Ländern präsentierten sich dabei mit kulinarischen Spezialitäten. Die Radolfzeller Bürger ließen es sich nicht nehmen, die aufwändig in Eigenarbeit hergestellten Speisen zu probieren. Von dem herzhaften Mittagsmahl bis hin zum vor Ort gerösteten und frisch aufgebrühten Kaffee fand sich dabei alles im Angebot.
Parallel dazu fanden auf einer großen Bühne etliche kulturelle Darbietungen statt. Auch sie sorgten auf ihre Weise für die Verständigung der verschiedenen Kulturen untereinander. Das Programm dazu hatten Sandra Aberle und Sonja Fritschi auf die Beine gestellt. Musik- und Tanzdarbietungen mischten sich bis zum Abend in dem Programm. Für Kinder war in diesem Jahr auf dem Marktplatz erstmals etwas mehr geboten. So konnten die kleinen Besucher sich nicht nur im Goldwaschen probieren, sondern außerdem mittelalterliche Katapulte anwenden. Wer sich besonders geschickt bei der Eroberung einer Miniatur-Burg anstellte, durfte zudem auf eine kleine Belohnung hoffen. Den Abschluss bildete die Band „Los Amigos“ mit südamerikanischen Klängen.
Das Fest, das in den 90er Jahren Teil der „Woche der Integration“ war, leistet auf diese Weise bis heute seinen Beitrag für ein gutes Miteinander zwischen den verschiedenen Kulturen. Oberbürgermeister Jörg Schmidt lobte dann auch in seiner Eröffnungsrede den Wert der Veranstaltung: „Das freundschaftliche Miteinander macht das Leben in Radolfzell aus“, sagte er. Das sah auch die neue Gemeinderätin Zekine Özdemir (FGL) so: „Das ist ein wunderschönes Fest auf diesem herrlichen Platz. Es ist sehr bunt gemischt“, sagte sie im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Gleichwohl muss davon ausgegangen werden, dass es noch immer viele Menschen in Radolfzell gibt, die von dieser gelungenen Art der Integration nicht profitieren. So konnte man zum Beispiel an einem Stand auf dem Marktplatz erfahren, dass derzeit insgesamt Menschen aus 18 verschiedenen Nationen in der Asylbewerberunterkunft Radolfzells untergebracht sind. Mit ihren kurzzeitig befristeten Aufenthaltsgenehmigungen fristen sie ein weniger schönes Dasein in der Stadt. Wie schwierig sich die Einheimischen mit dem Kontakt tun, verdeutlichte ein kleines Spiel am Stand. Dort konnte man sich einen Zettel mit den Nationalflaggen der 18 Länder ansehen, um sie den jeweiligen Nationen zuzuordnen. Da musste selbst der Oberbürgermeister passen: „Das brauche ich erst gar zu probieren“, erklärte er freimütig.
Internationaler Tag