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Radolfzell Siyoun’hell – mehr als Stimme und Bass braucht es nicht

Siyou Isabelle Ngnoubamdjum und Helmut Hattler bieten als Duo Siyoun’hell im Bokle ein besonderes Konzerterlebnis.

Sie wissen gar nicht so genau, wie eine Bassgitarre klingt? Oder verstehen unter Bass nur das mächtige Wummern elektronischer Musik – dann sollten Sie sich einmal intensiver mit einem der besten deutschen Bassgitarristen beschäftigen, der seit vielen Jahren als echter Innovationsmotor für dieses oft unscheinbare Instrument gilt. Am Freitag wäre das wieder einmal in Radolfzell möglich gewesen. Hellmut Hattler war als Teil des Duos Siyoun’hell auf Einladung von Musica Maris zu Gast im Bokle, um eine Kostprobe seines Könnens zu geben. Hattler, den man vor allem durch Bands wie Kraan und Tab Two kennt, spielt seit rund acht Jahren mit der in Ulm lebenden Soul- und Gospel-Sängerin Siyou Isabelle Ngnoubamdjum zusammen.

Heraus kommt eine intensive Mischung aus verschiedenen Musikrichtungen, die einen nie das übliche Instrumentarium vermissen lassen. Denn bei Siyoun’hell sind zwei Ausnahmekünstler am Werk. Die einfühlsame und energiegeladene Gospelstimme von Siyou Isabelle Ngnoubamdjum und das gitarrenähnliche Spiel von Hellmut Hattler verschmelzen zu einer wunderbaren Einheit, die ein weitaus größeres Publikum verdient hätte. Im Bokle jedenfalls zeigten sich die Besucher begeistert von der Kombination von klarer und prägnanter Stimme im Zusammenspiel mit virtuosem, aber auch minimalistischem Bassspiel.

Vorgetragen wurde eine Mischung aus selbstkomponierten und umarrangierten Coversongs, in denen Hellmut Hattler meist den eher introvertierten Part übernimmt und die Bühnenpräsenz zum größten Teil seiner Musikpartnerin Siyou überlässt. Die ergreift diese Rolle mit einer Selbstverständlichkeit, wie man sie nur von echten Könnern gewohnt ist. Selbst in sanften Parts, in denen sie ihre voluminöse Stimme zurücknimmt und präzise Rhythmusinstrumente bedient, ist sie noch der Hingucker.

Überhaupt passte im Bokle eigentlich alles. Toller, ausgewogener Sound mit stimmiger Lichtgebung sorgte für intensives Konzerterlebnis. Und das ohne eine ganze Band. Nur Bass und Stimme. Mehr braucht es mitunter gar nicht.

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