Rund 2000 Hästräger und noch mehr Besucher erleben im Radolfzeller Ortsteil Markelfingen ein buntes Spektakel.
Rote Nasen sah man beim Seenarrentreffen bei den Hästrägern und Zuschauern überall – die einen wegen der Kälte, die anderen wegen der Maskierung. Während die zahlreichen Umzugsbesucher am Straßenrand in der Kälte zitterten und sich gelegentlich mit Glühwein oder einem Obstler innerlich aufwärmten, brachten die rund 2000 Hästräger die närrische Stimmung beim Umzug äußerlich zum Kochen.
Das Wetter hatte es gut mit den Seenarren gemeint. Der in den vergangenen Tagen eisige Wind blieb aus, bei Sonnenschein und blauem Himmel zeigten sich Veranstalter und Gäste im Seifensiedernest rundum zufrieden. Die zwölf Seenarrenzünfte sind eine gute Gemeinschaft, was sich wohl auch auf die Bevölkerung und damit die Zahl der Besucher auswirkt.
Bevor die ersten Narren in Markelfingen ihre Späße trieben und als bunter Lindwurm durch die Straßen zogen, wurde weithin sichtbar neben der Markolfhalle schon am Samstagvormittag der Narrenbaum in einer Gemeinschaftsaktion der Holzer aller Seenarren aufgestellt. Der Baum wurde in einem Umzug, angeführt vom Fanfarenzug der gastgebenden Seifensiederzunft, durchs Dorf gezogen. Viele Häuser waren mit bunten Fähnchen und Stofffetzen närrisch geschmückt. Mit Routine und Fachkenntnis wurde der Baum aufgestellt. So richtig bunt ging's jedoch gestern Nachmittag beim großen Seenarrenumzug zu. Und es überraschte, wie viele Zuschauer den Umzugweg durch den Ort säumten. Groß und Klein war gestern mit oder auch ohne Häs auf den Beinen. Es war Fasnacht pur, was Markelfingen beim Seenarrentreffen anlässlich des 85. Geburtstags der gastgebenden Seifensiederzunft erlebte.
Rund 2000 Aktive aus etwa 30 Zünften hüpften und zogen in originellen Kostümen durch die Straßen von Markelfingen, der Heimat der Seifensiederzunft. Der Kapitän der zwölf Seenarrenzünfte und Präsident der Mögginger Welsbärte, Burkhard Grob, war sich mit dem Präsidenten der gastgebenden Seifensiederzunft, Alfred Schwarze, einig, dass bei diesem Treffen eindrucksvoll gezeigt wurde, dass die Seenarren mit ihrem Zusammenschluss den richtigen Weg zur Attraktivitätssteigerung der Fasnacht gefunden haben.
In mehreren Besenwirtschaften konnten sich die Besucher und Aktiven aufwärmen. Die Musikkapellen im Umzug, die Hexengruppen mit ihren Späßen und auch die Gardemädchen in ihren kurzen Röckchen sorgten für Stimmung. Da vergaß man schnell, dass die Temperaturen, trotz herrlichen Sonnenscheins, noch tief im Keller lagen.