Radolfzell Rund 300 Besucher bei Filmfestspielen in Radolfzell

Der Filmclub Singen-Radolfzell bekam als Ausrichter viel Lob für die 75. Deutschen Filmfestspiele im Milchwerk in Radolfzell. Sieben von rund 60 Beiträgen wurden mit dem Obelisk, dem deutschen Oscar für Kurzfilme prämiert, und laufen auf der internationalen Unica.

Nach vier Tagen in Radolfzell haben die fachkundigen Besucher und Teilnehmer der 75. Deutschen Filmfestspiele (Daff) am Sonntag die besten Filme im Milchwerk ausgezeichnet. Diese Beiträge erhielten dadurch nicht nur den beliebten Obelisken (siehe Infokasten) als Auszeichnung, sondern sind damit die besten Kurzfilme, die Deutschlands nichkommerzielle Filmautoren im Laufe des zurückliegenden Jahres produziert haben. Die sieben Gewinnerbeiträge, die am Sonntag zum Abschluss der Filmfestspiele in einer Matinée zu sehen waren, werden außerdem noch auf der internationalen Veranstaltung Unica, die in diesem Jahr in Dortmund stattfindet, laufen. Dort müssen sie sich im internationalen Vergleich behaupten.

Walter Reichhart, Vorsitzender des Filmclubs Radolfzell (rechts), erhielt eine Ehrenplakette von dem Präsidenten des Bundesverbandes Deutscher Film-Autoren, Marcus Siebler für die Ausrichtung der Veranstaltung. Bild: Gerald Jarausch
Walter Reichhart, Vorsitzender des Filmclubs Radolfzell (rechts), erhielt eine Ehrenplakette von dem Präsidenten des Bundesverbandes Deutscher Film-Autoren, Marcus Siebler für die Ausrichtung der Veranstaltung. Bild: Gerald Jarausch | Bild: Gerald Jarausch

Mit mehr als 300 Besuchern waren die Daff in Radolfzell sehr gut besucht. Das fiel insbesondere den auswärtigen Teilnehmern und Besuchern auf. Auch Bernhard Lindner, der stellvertretende Bundesvorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Film Autoren (BDFA), lobte den Zuspruch und die gute Organisation der Veranstaltung durch den ausrichtenden Filmclub Singen-Radolfzell. "Die Filmfestspiele waren für unsere Verhältnisse sehr gut besucht und bestens vorbereitet", sagte er auf Nachfrage des SÜDKURIER. Entsprechend zufrieden zeigte sich auch Walter Reichart, Vorsitzender des Filmclubs Singen-Radolfzell. "Wir haben uns seit Jahren vorbereitet und das zahlreiche Publikum ehrt uns. Nichts brauchen Filmer mehr als das Publikum", sagte er zum Abschluss der Filmfestspiele.

Seit Donnerstag waren die Teilnehmer damit beschäftigt, aus den eingesandten Filmen die besten herauszudestillieren. Dazu wurden jeweils mehrere Filme in Blöcken gezeigt und anschließend darüber diskutiert. So manches Mal waren die Ausführungen der Filmschaffenden dabei hilfreich. Neben den sieben Obelisken für die besten Beiträge wurden außerdem noch zwei Minutenfilme, der Publikumspreis sowie mehrere Ehrenpreise verliehen. Eine Auswahl der besten Arbeiten wurden am Abschlusstag noch einmal vorgeführt. Und so bekamen die Besucher gewissermaßen das Beste nochmal auf der Leinwand zu sehen.

Die Filmfestspiele in Radolfzell hatten rund 300 Besucher und damit für die Veranstalter eine sehr gute Resonanz. Über mehrere Tagen liefen in Filmblöcken im Milchwerk rund 60 Kurzbeiträge. Bild: Gerald Jarausch
Die Filmfestspiele in Radolfzell hatten rund 300 Besucher und damit für die Veranstalter eine sehr gute Resonanz. Über mehrere Tagen liefen in Filmblöcken im Milchwerk rund 60 Kurzbeiträge. Bild: Gerald Jarausch

Die Qualität der Arbeiten beeindruckte die Besucher und Teilnehmer. In der Mehrzahl handelte es sich um Dokumentationen. Unter anderem wurden die Zuschauer zu einem Stamm von weitgehend abgeschotteten Eingeborenen in Venezuela geführt oder auf die griechische Insel Lesbos, wo ein einsamer Grillbetreiber die Flüchtlinge aus Syrien menschlich mit dem Nötigsten versorgt. Als einer der wenigen fiktiver Beiträge wurde der Film "Pure Süße" von Dave Lojek und seinem Team ausgezeichnet. In dem Film verliebt sich ein bestohlener Bäcker in die Detektivin, die sich als die gesuchte Muffin-Diebin herausstellt.

Für Marcus Siebler, den Präsidenten des BDFA, waren die Filmfestspiele in Radolfzell angesichts der Qualität und der gelungenen Organisation ganz besondere Tage. "Das waren wunderbare Daff in Radolfzell, die in Erinnerung bleiben werden", resümierte er, bevor er die Ausrichter der Filmfestspiele im kommenden Jahr aus Rain am Lech begrüßte. Die Latte für die künftigen Daff wurde in Radolfzell hoch gelegt.
 

Die Preisträger

Eine Jury hat folgende Filmemacher für die begehrte Trophäe Obelisk ausgewählt: Dave Lojek und Team, Harald Scholz, Christoph Eder und Jonas Eisenschmidt, Gerhard Amm, Uwe Koslowski, Gerhard Böhmler und Ute Pohl, Doris und Cord von Restorff. Weitere Auszeichnungen gingen an: Frank Dietrich, Reza Shakory (Minutenfilme), Frank Lauter (Publikumspreis) und Margot Kuhn (Special Award). (ja)

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