Radolfzell Nabu kritisiert Mettnau-Pläne

Naturschützer kartieren eine besondere Artenvielfalt von Brutvögeln auf der Halbinsel in Radolfzell und bewerten den eingebrachten Flächennutzungs- und Bebauungsplan kritisch.

Kurz bevor der Gemeinderat Radolfzell über der Erweiterungspläne der Mettnaukur berät, hat sich der Naturschutzbund (Nabu) in einer Pressemitteilung zu Wort gemeldet. Darin fordern die Naturschützer, dass das "idyllische Naturschutzgebiet mit seinem einzigarten Arteninventar durch die Neubauplanung nicht leiden darf". Dabei deutet der Nabu an, dass er bei einer Umsetzung des eingebrachten Flächennutzungs- und Bebauungsplans mit einer Gefährdung des Vogelbestands auf der Mettnau rechnet. Die Baumaßnahmen seien kritisch zu bewerten: "So zeigte sich beim Bau eines neuen Bettenhauses, dass Vogelschlag ein großes Problem darstellt. Leider wurden die dazu im Vorfeld vereinbarten Ausgleichsmaßnahmen oft nur spät und zögerlich umgesetzt. Wenn das bei den weiteren Neubauten so gehandhabt wird, ist eine massive Gefährdung der Vogelwelt zu erwarten."

Der Nabu hat eine Brutvogelkartierung der Mettnau aus dem vergangenen Jahr ausgewertet: "Insgesamt gab es auf der ganzen Halbinsel 1347 Gelege von 73 Arten. Damit weist das rund 200 Hektar große Gebiet eine so hohe Artenvielfalt auf, wie kaum ein anderes Gebiet des Bodenseeraums." 16 Arten brüten ausschließlich innerhalb des Naturschutzgebiets, während 12 Arten nur außerhalb des Schutzgebiets vorkamen. 45 Arten fanden innerhalb als auch außerhalb des Schutzgebiets Brutplätze. Der Schlüssel für diese Vielfalt sei die unterschiedliche Ausstattung der verschiedenen Lebensräume. Während innerhalb des Naturschutzgebietes besonders Röhrichtbrüter und Auwaldarten ideale Brutbedingungen fänden, kämen in den Parkanlagen Gebüschbrüter vor. Gebäudebrüter wie Mehlschwalbe, Mauersegler und Hausrotschwanz beschränkten sich auf die besiedelten Bereiche.

Der Nabu legte nach eigener Aussage besondere Sorgfalt auf die Erfassung der Brutvögel im Kurgelände, da dort erhebliche Veränderungen geplant seien. Mit 40 Brutvogelarten besitze diese acht Hektar große Fläche eine sehr hohe Arten-Vielfalt, darunter Haubentaucher, Kolben- und Reiherente in der kleinen Bucht, dazu käme die Brut eines Baumfalken sowie einzelne Reviere von Grünspecht, Mittelspecht, Wendehals, Nachtigall und Pirol in den hohen Pappeln. Die Naturschützer stellen fest: "Es dürfte im Bodenseeraum und weit darüber hinaus kaum ein Gebiet geben, das auf so kleiner Fläche so viele Brutvogelarten beherbergt." Auch sei die Mettnau noch ein Refugium für die Nachtigall. "Umso wichtiger ist es, dass dieses Gebiet als Kleinod am Bodensee in seiner Vielfalt erhalten bleibt", schreibt der Nabu abschließend.

Der Gemeinderat Radolfzell berät heute, Dienstag, 21. März, im Bürgersaal des Rathauses über die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung des Bebauungsplans Hermann-Albrecht-Klinik. Die Sitzung beginnt um 16.30 Uhr.

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