Einer der sonst randvoll gefüllten Auslageständer ist komplett abgeräumt. Auch in anderen Teilen der Stadtbibliothek freuen sich die Mitarbeiter über eine sehr hohe Absenzquote, wie die Ausleihanzahl der Bücher in der Fachsprache heißt. Spitzenreiter sind Kindererzählungen und Bilderbücher. Hier sind bereits 72 beziehungsweise 69 Prozent des Bestandes ausgeliehen. Auf den gesamten Bücherbestand gesehen sind derzeit 45 Prozent der unterschiedlichen Medien ausgeliehen.
„Wir sind sehr froh, dass uns die Bibliotheksnutzer so gut unterstützen“, freut sich Leiterin Petra Wucherer. Schließlich muss alles, was bis zum Mittwoch, 1. August, ausgeliehen wurde, nicht vom Österreichischen Schlösschen zu den Containern auf dem Mayer-Areal am Weltkloster transportiert werden. Am Mittwoch besteht zwischen zehn und 19.30 Uhr für die Bibliothekskunden die letzte Möglichkeit, Bücher und andere Medien auszuleihen, um sie erst ab dem 18. September am neuen Standort wieder abzugeben. Auf diese Weise erleichtern die Kunden die Arbeit der Bibliotheksmitarbeiter ungemein. Seit dem 2. Juli hat das Team um Petra Wucherer die Nutzer gebeten, möglichst viel im Vorfeld auszuleihen. Die Rechnung geht offenbar auf. 7000 Nutzer haben seither 22 000 Ausleihen getätigt. Mit dem Stand von Montag sind derzeit über 19 200 Medien ausgeliehen.
Ab kommendem Mittwoch heißt es dann aufräumen, einpacken und saubermachen. Die Mitarbeiter bereiten zunächst die Bücher so vor, dass ein spezielles Umzugsunternehmen die Regale abbauen und am neuen Standort wieder aufbauen kann. Gleichzeitig werden die noch verbliebenen Bücher in Kartons verpackt und ebenfalls in die Container gebracht. Das Spezialunternehmen wird seine Arbeit am 13. August aufnehmen. Viele Dinge sind bereits schon im Vorfeld geschehen oder passieren in den nächsten Tagen. Der Regaleinbauplan für die Container musste ausgearbeitet werden und viele der Bilder an den Wänden sind bereits abgenommen. Unnötiges wurde schon in den vergangenen Wochen und Monaten aussortiert. Unter anderem fanden viele Bücher auf dem jüngsten Bücherflohmarkt neue Besitzer.
Das Österreichische Schlösschen muss praktisch „besenrein“ übergeben werden. Auf das Interimsdomizil in den insgesamt 24 Containern freuen sich die Mitarbeiter schon. „Das ist doch einmal eine andere Erfahrung“, sagt Ulrike Winterhalter. Gleichzeitig wird manches am neuen Standort einfacher als bisher. Obwohl die Nutzfläche von 300 Quadratmetern in etwa gleich groß ist wie im Österreichischen Schlösschen, findet sich fast alles im Erdgeschoss. Lediglich Büros, Toiletten und die Kinderbibliothek sind im ersten Obergeschoss angesiedelt. Der gesamte Bestand wird ausleihbar sein und zusätzlich gibt es E-Book-Reader zum Ausleihen und Testen.
