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Radolfzell Mit den Touristen kehrt Königin Katharina nach Radolfzell zurück

Übernachtungszahlen steigen in Radolfzell, weil es mehr Kapazitäten durch neue Hotels gibt

Steigende Übernachtungszahlen, das Jubiläumsjahr 750 Jahre Stadt Radolfzell und viele neue Hotelprojekte – das sind Argumente, die auch die Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) in Konstanz überzeugen: Der Fuhrpark der Weißen Flotte auf dem Untersee wird aufgerüstet. In dieser Saison verkehrt von Radolfzell über Iznang und Mannenbach (Schweiz) auf die Insel Reichenau wieder die MS Königin Katharina, die kleinere MS Reichenau bedient in diesem Jahr dann Linien auf dem Überlinger See. Für Nina Hanstein, Geschäftsführerin Tourismus und Stadtmarketing in Radolfzell, ist das ein eindeutiger Beleg: „Das zeigt unsere steigende Attraktivität.“ Allerdings fährt die MS Königin Katharina nicht unter Volllast, statt den für das Schiff zugelassenen 500 dürfen im Linienverkehr nur 300 Fahrgäste an Bord. Die Begründung liege im betriebswirtschaftlichen Bereich, sagt Christopher Pape von der Muttergesellschaft, den Stadtwerken Konstanz: „Bei 300 Fahrgästen wird ein geringerer Personalaufwand notwendig, wodurch sich das Schiff wirtschaftlicher betreiben lässt.“ Immerhin passen dann 50 Gäste mehr aufs Schiff als bei der MS Reichenau mit 250 zugelassenen Gästen.

Kapazitäten sind das entscheidende Stichwort für Nina Hanstein und Tourismus-Marketingleiterin Sabine Hellner bei der Vorlage der Übernachtungszahlen 2016 für Radolfzell. „Wir waren in der Aufnahmefähigkeit bisher begrenzt, die neuen Hotels geben uns da viel mehr Möglichkeiten“, sagt Nina Hanstein. Zuerst habe das Bora-Hotel 2013 für einen Schub gesorgt, 2016 sei es das Hotel K 99 gewesen. So sind die Gesamtübernachtungszahlen für das Jahr 2016 von insgesamt 398 000 auf 419 000 gestiegen. In der aufgeschlüsselten Statistik heben sich die professionellen Beherbergungsbetriebe beim Anstieg der Übernachtungen deutlich ab. Hotels, Gasthöfe und Pensionen haben im vergangenen Jahr 120 000 Übernachtungen gemeldet, 2015 waren es noch 13 300 weniger. Der Kurbetrieb auf der Mettnau ist für die Tourismusstadt Radolfzell ein stabiler Posten, die Zahl der Übernachtungen hat sich um 3,2 Prozent auf 142 400 erhöht. Bei den Ferienwohnungen und Privatvermietern lagen die Zahlen leicht unter dem Niveau des Vorjahres, sie stehen mit 66 600 Übernachtungen in der Liste. Sehr gut behauptet sich in diesem Vergleich der Campingplatz in Markelfingen, er schlägt mit 20 600 Übernachtungen zu Buche, das sind 4,3 Prozent mehr als 2015.

Der Trend der steigenden Zahlen dürfte sich nach der Einschätzung von Nina Hanstein und Sabine Hellner in Radolfzell fortsetzen. 2017 kommen mit den Hotels Aquaturm, Kellhof und Radhotel neue Beherbergungsbetriebe dazu. „Alle drei Hotels sprechen verschiedene Gästegruppen an und ergänzen das bestehende Hotelangebot in Radolfzell sehr gut.“ Die Geschäftsführerin verneint die Frage, ob Radolfzell Gewinn aus den Krisensituationen in Flugreisezielen wie der Türkei oder Griechenland zieht: „Das kann ich so nicht bestätigen“, sagt Nina Hanstein. Es gebe ein Wachstum an Auslandsflüge. „Diese Touristen wählen vor allem Spanien und Portugal als Reiseland.“

Aber bei den Inlandsreisen läge der Bodensee in der Gunst ganz oben. „Da machen wir uns nichts vor, die Gäste kommen wegen des Sees“, sagt Hanstein. Und den Bodensee verbinden die meisten eher mit Konstanz und den Städten und Gemeinden am Obersee. Doch Radolfzell holt auf, weil es mit mehr Übernachtungsmöglichkeiten und einem neuen Selbstbewusstsein am Start ist. „Radolfzell bietet viel Natur, wir haben das längste begehbare Ufer am See“, weist Sabine Hellner auf ein Alleinstellungsmerkmal hin. Für Nina Hanstein steht fest: „Wir wachsen stetig und langsam, aber dafür gesund.“

Auch die Bodensee-Schiffsbetriebe wollen mit der Verlegung ihrer MS Königin Katharina in den alten, neuen Heimathafen Radolfzell wachsen. Mit der MS Reichenau seien im Jahr 2016 knapp 74 000 Fahrgäste befördert worden. BSB-Sprecher Christopher Pape erwartet mehr Gäste an Bord: „Wir können keine genaue Prognose abgeben, wir gehen jedoch von einer Steigerung aus.“

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