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Radolfzell Markelfinger Bahnsteig erhält nach der Erhöhung sein Pflaster

Am Bahnhaltepunkt Markelfingen ist ein deutlichern Fortschritt bei der Sanierung des südlichen Bahnsteigs zu erkennen: die Pflasterarbeiten haben begonnen. Ende des Jahres sollen beide Bahnsteige barrierefrei sein.

Seit einigen Tagen laufen die Pflasterarbeiten am inzwischen höher gelegten südlichen Bahnsteig in Markelfingen. Nach jahrelangem Gerangel um die Finanzierung der Bahnsteigerhöhung entlang der Bahnlinie Engen-Konstanz wird mit dem Beginn der Bauarbeiten vor zwei Monaten endlich ein lang gehegter Wunsch der Bahnnutzer umgesetzt. Ortsvorsteher Lorenz Thum zeigt sich entsprechend gut gelaunt: "Wir sind froh, dass es jetzt los geht. Allerdings haben wir ein Problem mit den Parkplätzen. Da müssen wir jetzt ein Jahr lang durch", sagte er auf Nachfrage des SÜDKURIER.

Bereits Ende März war der offizielle Startschuss für die Modernisierung von fünf Haltepunkten zwischen Radolfzell und Konstanz gefallen. Bis Ende 2017 baut die Deutsche Bahn die Haltepunkte Markelfingen, Allensbach, Hegne, Reichenau sowie Konstanz-Wollmatingen barrierefrei aus. Die Bahnsteige werden an den Stationen auf einer Länge von 150 Metern (in Allensbach 210 Meter) auf 55 Zentimeter erhöht. Zudem erhalten alle Bahnsteige fühlbare Blindenleitsysteme und stufenfreie Zugänge. Das ermöglicht Reisenden zukünftig einen barrierefreien Ein- und Ausstieg in die Züge. Außerdem erneuert die Bahn die Bahnsteigausstattung wie zum Beispiel Beleuchtung, Wetterschutz und Sitzgelegenheiten.

Möglich wurde die Maßnahme, deren Vorgeschichte bereits acht Jahre zurückreicht, durch das Bahnhofsmodernisierungsprogramm. Das wird auch noch beim barrierefreien Ausbau der Bahnsteige am Radolfzeller Bahnhof zum Einsatz kommen, dem die Bahn bis in das Jahr 2022 nachkommen muss, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn AG in Stuttgart auf Nachfrage erklärte. Die Gesamtkosten in Markelfingen gibt er mit 1,7 Millionen Euro an, von denen das Land 790 000 Euro trägt. Der kommunale Anteil (Landkreis Konstanz und Stadt Radolfzell) beläuft sich 660 000 Euro. Die Bahn AG selbst wird lediglich 220 000 Euro beisteuern. Allerdings trägt sie auch die Folgekosten wie künftige Sanierungen selbst.

Den überschaubaren Anteil der Bahn begründet deren Sprecher mit der Gesetzeslage. "Während eine EU-Vorschrift den barrierefreien Zugang für Bahngleise ab 1000 Reisende pro Tag einfordert, kommen wir in Markelfingen auf rund 400 Reisende und in Böhringen auf 500 Reisende", sagt er. In Böhringen, wo der Höhenunterschied zwischen Bahngleis und Zugeinstiegen noch höher ist als an den anderen Haltepunkten, müssen sich die Nutzer noch ein wenig länger gedulden. Die Sanierung dort beginnt zusammen mit den meisten Haltepunkten bis Engen plus Konstanz-Petershausen erst im ersten Quartal 2018 und wird voraussichtlich bis zum Ende des Jahres andauern.

Die relativ langen Bauzeiten begründet der Bahnsprecher mit der Gefährdungslage der Bauarbeiter. "Wir arbeiten an den Stationen im laufenden Betrieb, Tag und Nacht, damit die Nutzer möglichst wenig beeinflusst werden", sagt der Bahnsprecher. Zudem wird in den Sommerferien des Landes der Baubetrieb ruhen, um auch die Feriengäste nicht übermäßig zu belasten.

Die Kosten in Böhringen fallen etwas höher aus als in Markelfingen. Dort werden die Gesamtkosten mit 1,8 Millionen Euro angegeben. Das Land trägt 1,1 Millionen Euro, die Kommune rund 600 000 Euro und die Bahn etwa 100 000 Euro. Der erhöhte Bahnsteig wird nicht auf dem bestehenden aufgebaut, sondern komplett neu errichtet.


Die Vorgeschichte

Projektbeginn des Bahnhofmodernisierungsprogramms war 2009. Zügig wurde auch die Kostenteilung vereinbart: Von den Baukosten sollte drei Viertel das Land Baden-Württemberg übernehmen und ein Viertel die jeweilige Kommune. Die Planungskosten sollten zu 100 Prozent von den Kommunen übernommen werden. Ziel der Deutschen Bahn war eine Fertigstellung der Bahnsteige in 2013, das wurde jedoch immer weiter nach hinten geschoben. Im Frühjahr 2014 wurde den Kommunen die deutliche Kostensteigerung verkündet. Für Markelfingen zum Beispiel von 706 000 Euro auf 1,5 Millionen Euro (Gesamtkosten).

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