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Radolfzell Lehrstunde für FDP-Kandidaten

19.02.2011


Tatjana Wolf und Oliver Kuppel wollen in den Landtag. Die liberale Bundestagsabgeordnete Judith Skudelny gibt ihnen dazu in Rickelshausen eine Lehrstunde

Radolfzell/Singen – Die Verstärkung erweist sich als nützlich: Die beiden FDP-Kandidaten für die Landtagswahl (Tatjana Wolf für den Wahlkreis Konstanz und Oliver Kuppel für den Wahlkreis Singen) wollen sich in Rickelshausen über die Solar-Anlage der Solarcomplex AG schlau machen und bei Bene Müller sind sie an den Richtigen geraten. Der Unternehmensvorstand kennt sich aus mit erneuerbaren Energien – nicht nur mit den gesetzlichen und wirtschaftlichen Aspekten, sondern auch mit den emotionalen Befindlichkeiten im Zusammenhang mit Laufzeitverlängerungen für Kernkraftwerke oder der Diskussion um die Atommülllagerung. Angesichts von Bene Müllers detaillierten Erläuterungen verstummen die beiden Anwärter für den Stuttgarter Landtag und sind froh über die Anwesenheit von Judith Skudelny. Auch sie gehört zur FDP, die Bundestagsabgeordnete aus Leinfelden-Echterdingen hat allerdings keine persönlichen Ambitionen bei der Wahl am 27. März. Ganz auf die Sache konzentriert, bietet die Expertin ihrer Fraktion für die Themen Umwelt und Energie dem Gesprächspartner von Solarcomplex Paroli. Schnell wird bei der Diskussion auf der Plattform inmitten der Rickelshauser Freiland-Solaranlage klar, dass Schwarz-Weiß-Malerei beim energiepolitischen Wandel die Gemengelage doch sehr vereinfacht.

Judith Skudelny jedenfalls vermittelt nicht den Eindruck einer willfährigen Erfüllungsgehilfin der Atomenergiewirtschaft, so dass sogar Bene Müller zwischendurch in eine ideologische Krise zu geraten droht: Er fragt sich manchmal, ob die AKW-Laufzeitverlängerung bei den Liberalen und auch bei der Union nicht mehr der Parteiraison als der inneren Überzeugung der Politiker geschuldet ist. Herrscht also quer durch die Parteien doch eine größere Einigkeit zur energiepolitischen Wende, als sich dies über die Medien transportieren lässt? Auch diesbezüglich dürfte der Nachmittag für die beiden Landtagskandidaten wie Anschauungsunterricht gewirkt haben.

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