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Radolfzell Krankenhäuser vor ungewisser Zukunft

26.06.2006
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Das Radolfzeller Krankenhaus sei nach der Fusion mit dem Hegau-Klinikum erfreulich schnell in sicheres und ruhiges Fahrwasser gekommen. Der Ruf des Hauses habe sich in den vergangenen Jahren spürbar verbessert. Dies wurde bei der Hauptversammlung des Fördervereins betont.

Radolfzell - Die Umstrukturierungen hätten sich bewährt, was insbesondere der Qualität der Leistungen betrifft, von der die Ärzte, das Pflegepersonal und vor allem die Patienten profitieren, hieß es in der Versammlung. Der Krankenhaus-Förderverein will mit seiner ideellen und finanziellen Förderung zur Sicherung des Hauses, zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für das Personal und damit natürlich auch für ideale Aufenthaltsbedingungen für die Patienten sorgen.

Bei der Hauptversammlung berichtete der stellvertretende Vorsitzende des Vereins zur Förderung des Krankenhauses Radolfzell, Michael Dohm, über die im vergangenen Jahr erfolgten Fördermaßnahmen. So finanzierte der Verein zwei Ergometer, einen Beamer für den Seminarraum, eine mobile Leinwand sowie Pflegefachbücher und bezuschusste zudem Fortbildungslehrgänge für Ärzte und Pflegepersonal.

Ein wichtiges Ereignis werde das 100-jährige Bestehen des Radolfzeller Krankenhauses Ende Oktober dieses Jahres sein, so Michael Dohm. Dies werde zum Anlass genommen, die Öffentlichkeitsarbeit zu verstärken. So richtig gefeiert werde jedoch im kommenden Jahr, wenn die Sanierung der 32 Nasszellen abgeschlossen ist, was durch eine großzügige Spende des Ehepaares Erika und Werner Messmer ermöglicht wurde. Man werde mit einem richtigen Fest und einem Tag der offenen Türe die Fertigstellung gebührend feiern.

Über die aktuelle Situation in den Kliniken und Krankenhäusern berichtete in der Hauptversammlung der Geschäftsführer der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft, Matthias Geiser (Stuttgart). Wie auch aktuell im Fußball, stünden die Krankenhäuser in einem harten Wettbewerb. In Zukunft sollen die Finanzen der Krankenhäuser und auch der Qualitätsstandard noch transparenter werden. Dabei dürfte der so genannte Basisfallwert sogar noch sinken. 60 bis 70 Prozent der Ausgaben seien Personalkosten. Ein höherer Tarifvertrag führe zwangsläufig zu höheren Kosten, obwohl die Budgets sich nicht steigern würden, so Matthias Geiser. Die Folge sei eine weitere Personalreduzierung und eine Verkürzung der Verweildauer der Patienten in den Krankenhäusern. Bundesweit müsse zudem mit einer weiteren Ausdünnung der Krankenhauslandschaft gerechnet werden. Baden-Württemberg werde dies nicht mehr so stark treffen, da der Fusionsprozess und die Schließung von Häusern oder Abteilungen in der Vergangenheit bereits weit gediehen sei. Für erforderlich hält Geiser eine weitere Optimierung der Notfallversorgung durch Verzahnungen der ambulanten und stationären Notfalldienste.

Bei den Neuwahlen des Vorstandes wurden Werner Messmer als Vorsitzender, Michael Dohm als Stellvertreter, Gabriel Berner als Kassierer und Kurt-Christian Tennstädt als Schriftführer in ihren Ämtern bestätigt.

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