Radolfzell – Das Kaufhaus Kratt zeichnet sich in mehrfacher Hinsicht in der Handelslandschaft aus: Wo sonst beispielsweise gibt es in einer Stadt von der Größe Radolfzells ein Kaufhaus? Nun kommt eine Besonderheit hinzu: Das Unternehmen ist vom Handelsverband Südbaden als erster generationenfreundlicher Betrieb am Bodensee zertifiziert worden.
Die Urkunde wird von Utz Geiselhart, dem Geschäftsführer des Verbands, am 20. Mai übergeben.
In Deutschland sind seit 2010 ungefähr 400 Handelsbetriebe ausgezeichnet worden, in Baden-Württemberg verfügen inzwischen 26 Betriebe über das Siegel. „Die Nachfrage nach dem Siegel steigt im Handel derzeit stark an“, so Utz Geiselhart, „sicher auch begründet durch die Forcierung von Initiativen, die auf Nachhaltigkeit setzen.“ Das Zeichen „Generationenfreundlich Einkaufen“ wird bundesweit einheitlich von der Dachorganisation des Handels HDE in Berlin sowie der Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend getragen. Die Prüfung der 58 Kriterien erfolgt regional durch ausgebildete Auditoren der Handelsverbände.
Die Initiative startet damit die Zertifizierung von Einzelhandelsgeschäften, die älteren Verbrauchern, aber auch Eltern mit Kinderwagen oder Menschen mit Handicap das Einkaufen erleichtern soll. Das neue Zeichen zeigt: Hier können alle Generationen einfach und bequem einkaufen. Um das neue Qualitätszeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“ zu erhalten, müssen die Geschäfte einheitliche Kriterien in Bezug auf Leistungsangebot, Zugangsmöglichkeiten, Ausstattung des Geschäfts und Service erfüllen.
„Gerade in Kaufhäusern mit mehreren Etagen, mit Aufzügen und Treppen muss die Überwindung der Niveauunterschiede möglichst einfach und barrierefrei funktionieren“, so Hermann Kratt, Inhaber der Kratt KG. „So haben wir als eines der ersten Kaufhäuser bundesweit schon 1988 einen gläsernen Aufzug eingeführt.“
Der Aufzug ist dabei nur das augenfälligste Element der verbraucherfreundlichen Infrastruktur. Hinzu kommen zum Beispiel Sitzgelegenheiten, geräumige Umkleidekabinen oder etwa Wickelmöglichkeiten für Babys und die klare Markierung der Wege im Kaufhaus. Insgesamt hat das Unternehmen die Zielvorgaben zu 95 Prozent erreicht. „Und die fehlenden Punkte werden wir auch noch hinkriegen“, verspricht Hermann Kratt.