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Radolfzell Illegale Kleidersammlung sorgt für Ärger

Die Stadt Radolfzell hat 14 illegal aufgestellte Kleidercontainer entfernen lassen. Ein Anbieter hat seine neun Container bereits wieder abgeholt. Die wohltätigen Vereine ärgert dieses Verhalten.

Kleidercontainer, die ohne Genehmigung aufgestellt wurden, beschäftigen gerade die Stadt Radolfzell. 14 solcher Sammelboxen für ausrangierte Kleidung waren im Stadtgebiet illegal aufgestellt worden. Diese haben nun Mitarbeiter der Stadt abgebaut und auf dem Gelände der Technischen Betriebe zwischengelagert. „Wir haben die Besitzer der Container aufgefordert, diese wieder abzubauen. Nachdem diese nicht reagiert hatten, haben wir die Container mitgenommen“, sagt Miriam Lambek, Pressesprecherin der Stadt Radolfzell.

Die Besitzer seien über den Abbau informiert worden und hätten nun drei Wochen Zeit, ihr Eigentum wieder zurück zu holen, so Lambek. Neun der 14 Container sind Mitte der Woche von dem Besitzer wieder abgeholt worden. Das Unternehmen stammt nicht aus Radolfzell. Die übrigen fünf Container gehören jeweils zwei unterschiedlichen Anbietern, die gebrauchte Kleidung sammeln.

Noch scheint das Geschäft mit der Altkleider-Sammlung rentabel zu sein. Dies könne sich jedoch schon bald ändern, vermutet Klaus Zirell vom Deutschen Roten Kreuz. „Laut unserem Abnehmer für gebrauchte Kleidung sind die Lager voll. Die Preise werden also ziemlich bald fallen“, sagt Zirell. Und dann, so vermutet der Leiter der Sozialen Dienste, würde es sich für die Unternehmen nicht mehr lohnen, all die Container regelmäßig zu leeren. Vor allem nicht für die, die weite Wege in Kauf nehmen, um Altkleider zu sammeln. „Wir leeren unsere Container regelmäßig und werden das auch weiterhin tun“, versichert Zirell. Verwaiste DRK-Container werde es nicht geben.

Illegal aufgestellte Altkleider-Container stellen Problem dar

Auch das DRK hat mehrere Kleidercontainer im Stadtgebiet aufgestellt. Zirell ärgert sich über das Verhalten der Konkurrenz, schließlich seien alle Container des DRK mit Genehmigung angebracht worden. „Die wollen sich einfach die Arbeit sparen, die Container ordentlich anzumelden“, sagt er. Mit dem Verkauf der gesammelten Kleidung finanziert das Rote Kreuz die zahlreichen Angebote und die Ausbildung der ehrenamtlichen Helfer. „Wir sind auf Kleiderspenden angewiesen“, sagt Zirell. Auch aus diesem Grund ärgert er sich über die kommerziellen Sammler, deren Container optisch oft nicht von denen der gemeinnützigen Vereine zu unterscheiden sind. Für Kunden bedeutet dies besondere Aufmerksamkeit, wenn sie mit ihrer Kleiderspende eine gemeinnützige Organisation unterstützen möchten. „Leider achten viele Menschen nicht darauf, wo sie ihre Kleider abgeben“, sagt Klaus Zirell. Den Unternehmen, die ohne Genehmigung die Container aufgestellt haben, drohe vorerst keine Strafe, sagt Pressesprecherin Miriam Lambek.

Das illegale Aufstellen sei eine Ordnungswidrigkeit, erst bei wiederholtem Verstoß werde ein Bußgeld verhängt. „Die Unternehmen müssen aber die Kosten für den Abtransport und das Zwischenlagern bezahlen“, so Lambek. Da die Container auf öffentlichem Boden aufgestellt worden sind, konnte die Stadt relativ zügig handeln. Werden die Boxen auf privatem Boden aufgestellt, muss sich der Eigentümer darum kümmern. Dies könne ein längeres Verfahren nach sich ziehen. Und während dieser Zeit sammeln die Firmen weiterhin Kleidung und verdienen damit Geld.
 

Das DRK veranstaltet am 11. Oktober eine Straßensammlung für Altkleider und Schuhe

 

Kritisch bleiben

Wichtige Einnahmequelle: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist eine jener karitativen Einrichtungen, die seit Jahren Altkleidersammlungen durchführt. Das DRK arbeitet mit einem zertifizierten Textilverwerter in Norddeutschland zusammen. Ein Teil der Textilien wird entsorgt, ein Teil kommt in die Kleiderkammern des DRK und in Secondhand-Läden. Dafür bekommt das DRK Geld, das in soziale Aufgaben fließt. Die Einnahmen sind wichtig zur Finanzierung der vielfältigen sozialen Aufgaben des Roten Kreuzes.

Die Container: Bei seriösen Kleidersammlungen sollten immer Kontaktdaten auf den Containern stehen. Über das Internet oder eine erreichbare Telefonnummer können sich Kunden über das Unternehmen informieren. Kritisch bleiben sollte man bei Containern, auf denen nur eine Handynummer steht. Wenn im Namen einer gemeinnützigen Organisation gesammelt wird, nur bei vertrauenswürdigen und bekannten Vereinen spenden.

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