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Radolfzell Hausaufgaben bei der Kinderbetreuung

13.10.2012
Radolfzell -  Der Stadt Radolfzell wird nur ein befriedigendes Zeugnis bei der Kinderbetreuung ausgestellt. Besonders die Verwaltung der Plätze sei ineffizient.

Kinderbetreuung ist ein wackeliges Gebilde, ähnlich diesem Turm, den die Kinder im Werner-Messmer-Kindergarten bauen. Eine Potenzialanalyse hat nun die Schwächen im System aufgedeckt.  Bild: Archiv

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Der Ausbau der Kinderbetreuung ist derzeit eine der größten Herausforderungen für Kommunen. In einer Potenzialanalyse wurden nun die Stärken und Schwächen der Kinderbetreuung in Radolfzell aufs Papier gebracht. Demnach ist besonders die Arbeitsweise der Verwaltung verbesserungswürdig, niemand habe dort den Gesamtüberblick über die Betreuungseinrichtungen der Stadt, so eine der Erkenntnisse, die Claudia Reiser von der IMAKA GmbH, die die Analyse durchgeführt hat, im Schul- und Sozialausschuss präsentierte. Eine „stringente Führung“, am besten durch eine neu zu schaffende Vollzeitstelle, sei notwendig, so ihr Fazit, das von Bürgermeisterin Monika Laule mit zustimmendem Nicken begleitet wurde (die weiteren Ergebnisse siehe Text unten).

Teilweise seien zudem Betreuungsplätze über Monate nicht besetzt, das Wartelistenmanagement je nach Einrichtung unterschiedlich und somit schwer vergleichbar. Das sind weit mehr als nur Kleinigkeiten, ein Handlungsbedarf ist nicht nur vor dem Hintergrund notwendig, dass alle Kommunen ab kommendem Jahr für ein Drittel der Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze anbieten müssen. Es muss auch im Sinne der städtischen Verwaltung sein, die Vergabe, Organisation und finanzielle Abwicklung der Plätze effizient zu regeln.

Grundsätzlich gute Bewertungen hat die Stadt für die (erst kürzlich geänderte) Gebührenordnung erhalten, hier liege Radolfzell im Durchschnitt. Außerdem sei das schwierige Feld der Personalorganisation gut geregelt, die jeweiligen Kindergartenleiterinnen hätten Personal und Dienstpläne ebenfalls gut im Griff. Die Vorschläge aus der Potenzialanalyse sollen nun umgesetzt werden, so die Meinung des Schul- und Sozialausschusses. Thilo Sindlinger (FGL) warnte jedoch vor den Kosten: „Wir müssen aufpassen, dass uns die personelle Ausweitung nicht eines Tages vor die Füße fällt.“ Die Zusatzstelle und weitere Maßnahmen sind bereits für den Haushalt 2013 angemeldet. In den Beratungen des Gemeinderates entscheidet sich, ob die Schwachstellen der Kinderbetreuung angegangen werden.



Die Ergebnisse der Potenialanalyse
  • Betreuungsplätze
    Bei städtischen, freien und kirchlichen Trägern sind aktuell 990 Betreuungsplätze für Kinder bis zum Schuleintrittsalter vorhanden. Seit 2006 sind die Zahlen etwa gleichbleibend. Im U3-Bereich wurden Plätze aufgebaut, durch die Umwandlung von Ü3-Plätzen schlägt sich das nicht in den Gesamtzahlen nieder. Die Anzahl der nicht belegten Plätze ist vergleichsweise hoch.
  • Personal
    Die Zuständigkeit für die Organisation der Betreuungsplätze ist aktuell in der Verwaltung auf viele Schultern verteilt, hinzu kommen externe Dienstleister, z.B. für die Bedarfsanalyse. Das wird als ineffizient eingeschätzt. Ziel soll zum einen die Bündelung der Aufgaben im Hauptamt sein, außerdem die Besetzung einer neuen Vollzeitstelle, wo Fachberatung, Bedarfsplanung, Dienst- und Fachaufsicht gebündelt werden.
  • Kosten
    Laut Sitzungsunterlagen stieg der Zuschussbedarf für Kindertageseinrichtungen seit 2006 um 36 Prozent. Dem gegenüber stehen Einnahmesteigerungen um 59 Prozent, hauptsächlich aus erhöhten Landeszuschüssen. Städtische Zuschüsse für freie und kirchliche Träger sind um rund 70 Prozent angestiegen.
  • Verwaltung
    TVerwaltung: Die Potenzialanalyse empfiehlt die Einführung eines Kita-Verwaltungsprogramms. Die Wartelisten der Einrichtungen sollen standardisiert und regelmäßig abgeglichen werden. Abrechnungen der freien und kirchlichen Träger sollen geprüft werden, weiterhin wird eine Datenbasis für effektives Controlling im Zusammenhang mit der Bedarfsplanung empfohlen. (aa)

Im gesamten Kreis Konstanz werden Krippenplätze ausgebaut - die Ganztagesbetreuung von Kindern und Kleinkindern steht im Fokus der Politik. Doch trotz aller Mühen, erfüllt das Angebot nicht überall den Bedarf.

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