Der Ausbau der Kinderbetreuung ist derzeit eine der größten Herausforderungen für Kommunen. In einer Potenzialanalyse wurden nun die Stärken und Schwächen der Kinderbetreuung in Radolfzell aufs Papier gebracht. Demnach ist besonders die Arbeitsweise der Verwaltung verbesserungswürdig, niemand habe dort den Gesamtüberblick über die Betreuungseinrichtungen der Stadt, so eine der Erkenntnisse, die Claudia Reiser von der IMAKA GmbH, die die Analyse durchgeführt hat, im Schul- und Sozialausschuss präsentierte. Eine „stringente Führung“, am besten durch eine neu zu schaffende Vollzeitstelle, sei notwendig, so ihr Fazit, das von Bürgermeisterin Monika Laule mit zustimmendem Nicken begleitet wurde (die weiteren Ergebnisse siehe Text unten).
Teilweise seien zudem Betreuungsplätze über Monate nicht besetzt, das Wartelistenmanagement je nach Einrichtung unterschiedlich und somit schwer vergleichbar. Das sind weit mehr als nur Kleinigkeiten, ein Handlungsbedarf ist nicht nur vor dem Hintergrund notwendig, dass alle Kommunen ab kommendem Jahr für ein Drittel der Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze anbieten müssen. Es muss auch im Sinne der städtischen Verwaltung sein, die Vergabe, Organisation und finanzielle Abwicklung der Plätze effizient zu regeln.
Grundsätzlich gute Bewertungen hat die Stadt für die (erst kürzlich geänderte) Gebührenordnung erhalten, hier liege Radolfzell im Durchschnitt. Außerdem sei das schwierige Feld der Personalorganisation gut geregelt, die jeweiligen Kindergartenleiterinnen hätten Personal und Dienstpläne ebenfalls gut im Griff. Die Vorschläge aus der Potenzialanalyse sollen nun umgesetzt werden, so die Meinung des Schul- und Sozialausschusses. Thilo Sindlinger (FGL) warnte jedoch vor den Kosten: „Wir müssen aufpassen, dass uns die personelle Ausweitung nicht eines Tages vor die Füße fällt.“ Die Zusatzstelle und weitere Maßnahmen sind bereits für den Haushalt 2013 angemeldet. In den Beratungen des Gemeinderates entscheidet sich, ob die Schwachstellen der Kinderbetreuung angegangen werden.
Im gesamten Kreis Konstanz werden Krippenplätze ausgebaut - die Ganztagesbetreuung von Kindern und Kleinkindern steht im Fokus der Politik. Doch trotz aller Mühen, erfüllt das Angebot nicht überall den Bedarf.
