Radolfzell "Geburtsstation ist keine Legebatterie": Protest gegen mögliche Schließung der Station in Radolfzell

Der Protest gegen die Schließung der Geburtsstation in Radolfzell gewinnt mehr und mehr den Charakter einer Volksbewegung.

Am Samstag, 10. Dezember, sammeln der Krankenhausförderverein Radolfzell und der Familienverband Radolfzell-Konstanz bei einer gemeinsamen Standaktion Unterschriften gegen die Schließung der Geburtshilfe im Radolfzeller Krankenhaus. „Wir wollen nicht, dass es am Jahresende heißt: Heute wurde in Radolfzell das letzte Kind geboren“, so die beiden Vorsitzenden Karin Vögele und Christoph Stetter. Die Standaktion findet von 9.30 bis 13 Uhr aufdem Moustelon-Platz statt.

Mit der Unterschriftensammlung soll Druck auf die Kreisräte ausgeübt werden, die am 19. Dezember über den Fortbestand der Geburtenstation entscheiden. Ursache für die Überlegungen sind die deutlich gestiegenen Haftpflichtbeiträge für die am Standort als Belegärzte geburtshilflich tätigen Gynäkologen. Wie es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Förderverein und Familienverband dazu weiter heißt, werde die Problematik des Erhalts der Geburtenstation damit auf einen rein wirtschaftlichen Aspekt reduziert.

„Weitere Faktoren wie Erreichbarkeit und Wohnortnähe einer Geburtshilfe oder die Auswirkungen auf die 24-Stunden-Notfallversorgung dürfen nicht außer Acht gelassen werden“, so Karin Vögele und Christoph Stetter. Würde die Kreisstadt in ihrem stationären Angebot weiter beschnitten, entstünde im Einzugsbereich der Stadt sowie im gesamten Landkreis eine nur schwer zu kompensierende Versorgungslücke. Die Verteilung der jährlich 500 Geburten in Radolfzell auf die Krankenhäuser in Singen und Konstanz halten die beiden für nicht pratikabel. Niemand wolle sein Kind in einem durch einen Paravent geteilten Kreissaal oder auf dem Flur zur Welt bringen: „Geburtsstationen sind keine Legebatterien.“

Inzwischen gibt es auch eine private Initiative für den Erhalt der Geburtsstation. Sie wurde von Karin Neubert aus Radolfzell (Kontakt: 077 32 / 823 6307 oder 0170 / 198 6118) in Form einer online-Petition gestartet. Nach Angaben der Initiatorin haben bereits knapp 1400 Personen ihre Unterschrift für die Petition abgegeben.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Hervorragende Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Radolfzell
Kreis Konstanz
Radolfzell
Radolfzell
Radolfzell
Radolfzell
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren