Der Schritt in die berufliche Selbstständigkeit ist mutig, aber berechenbar. Das zeigte gestern die Zukunftswerkstatt im Radolfzeller Innovationszentrum (RIZ)
Radolfzell – Was es nicht alles gibt! Hildegard Schwarz beispielsweise ist im Landwirtschaftsamt Konstanz zuständig für Beratung und Hilfen von Frauen auf dem Land, die sich einen Kopf zur Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation machen. In Gaienhofen gilt die Nachbarschaftshilfe „Von Haus zu Haus“ als Paradeprojekt: Die Idee stammt von Frauen, die den Bedarf an Hilfen etwa für Schüler oder ältere Menschen zum Anlass für die Gründung eines Dienstleistungsunternehmens genommen haben. Ein Nebeneffekt: Der Trend zur Landflucht kann abgemildert werden und das ist im Sinne der Politik.
Auf dem Spielfeld der Existenzgründung ist aber viel mehr Platz. 444 Existenzgründungen wurden laut Thorsten Leupold im vergangenen Jahr im Landkreis Konstanz verzeichnet – ein passabler Schnitt im bundes- und landesweiten Vergleich. Der Leiter der Wirtschaftsförderung im Landkreis Konstanz hofft darauf, dass mit Veranstaltungen wie der gestrigen Zukunftswerkstatt im RIZ der Mut für den Schritt in die Selbstständigkeit wächst.
Die Bedeutung von Hilfen, Tipps und Zuschüssen bei der Existenzgründung verdeutlichte Alexander Lauermann. Seine OTE GmbH bietet Software für die Unternehmensorganisation an und der Jungunternehmer schätzt sich glücklich, dass seiner Firma im RIZ die gesamte Infrastruktur von der Kantine über das Telefon bis hin zum eigenen Rechenzentrum zur Verfügung gestellt wird. Das schafft Freiräume für das eigene Produkt. Auf gut Glück freilich sollte man sich nicht verlassen, der Erfolg der Existenzgründung basiert auf dem Wissen um die Möglichkeiten.
Auf die Fragen also kommt es an. Anschauungsunterricht erhielten die rund 50 Zuhörer zu Beginn der Zukunftswerkstatt durch Stefan Lutz. Der SÜDKURIER-Chefredakteur schlug beim kurzweiligen Gespräch mit professionellen Beratern etliche Lichtschneisen in den Dschungel der Hilfen bei der Existenzgründung.