Radolfzell Ende der Insel-Existenz
Nicht nur die Ambulanz-Krankenschwester Karola Scheid ist froh über das Ende der Gerüchteküche. Bild: Thorsten Lucht
Radolfzell - Die Veränderungen betreffen die Personalstruktur. So werden die bisherigen örtlichen Direktorenfunktionen auf der Mettnau gestrichen. Dazu gehört vor allem der Posten des Verwaltungsdirektors sowie die Stelle der Pflegedienstdirektorin. Der bisherige ärztliche Direktor, Alexander Thoma, übernimmt die Rolle des stellvertretenden ärztlichen Direktors des Gesamtklinikums. Dies ermöglicht ihm nach wie vor die Präsenz in Radolfzell. Die Leitungsfunktionen werden in Zukunft vom Singener Mutterhaus aus zentral wahrgenommen.
Friedbert Lang wiederholte gegenüber dem SÜDKURIER seine bereits gemachte Zusage, dass die Abteilungen und Stationen des Radolfzeller Krankenhauses erhalten bleiben. Die Patienten würden die internen Veränderungen nicht zu spüren bekommen. An der Qualität der Leistungen und des Service verändere sich nichts. Die moderne Kommunikation und Modernisierung der technischen Ausstattung im Verwaltungsbereich ermöglichten eine engere Verzahnung aller Kliniken. Hier liege ein erhebliches Einsparungspotenzial.
Die Hegau-Bodensee-Hochrhein-Kliniken müssen nach Darstellung von Friedbert Lang als eine Einheit betrachtet werden. Man achte in allen Kliniken und Zentren darauf, dass kompetente Ansprechpartner vor Ort erreichbar sind. Dafür werde man auch in Radolfzell Sorge tragen. Der bisherige Verwaltungsdirektor Alexander Merten bleibe als Prokurist im Klinikum tätig und übernehme in Zukunft den Aufbau eines neuen Bereichs. Die bisherige Pflegedirektorin Marianne Kitzing leite weiterhin den örtlichen Pflegedienst.
Der Stellenwert des Krankenhauses werde also nicht geschmälert, versicherte Friedbert Lang. Mit der Neustrukturierung werde die Arbeit vor Ort lediglich effizienter und den derzeitigen Erfordernissen angepasst. Das sichere nachhaltig die Zukunft der Einrichtung auf der Mettnau.
Die Gesundheitsreform sowie die Entwicklungen der Personlakostne sind die unmittelbaren Hauptursachen für die Veränderungen in der Struktur des Radolfzeller Krankenhauses. Hinzu kommen Faktoren, die langfristig wirksam sind. Dazu zählen der Fortschritt in der medizinischen Technik sowie zum Beispiel die sich ändernde Altersstruktur der Bevölerung.
Friedbert Land fordert von den Häusern des Hegau-Bodensee-Hochrhein-Klinikverbandes ein gemeinschaftliches Denken. Es fehle noch am B ewusstsein für die Vorteile, die der Verbund für die einzelnen Häuser biete. So könnten Diabetes-Patienten vom Hochrhein von den in diesem Bereich vorgehaltenen speziellen Behandlungsmöglichkeiten in Radolfzell profitieren (tol)
