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Radolfzell Ein Zuhause, in dem Solidarität zählt

17.10.2011
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Gründung des Vereins „Wohnen in Radolfzell“: knapp 50 Interessierte wohnen der Gründung im MGH bei

Radolfzell – Mit „WiR“ (Wohnen in Radolfzell) ist Radolfzell um einen engagierten Verein reicher. Dabei geht es um ein Konzept für ein neues Wohnprojekt, bei dem nicht das Alter der Bewohner im Mittelpunkt steht, sondern die Behinderung. Es soll ein behindertengerechtes Wohnmodell entstehen. Ziel ist es, dass in dem geplanten Wohnhaus erkrankte, gesunde, ältere und junge Menschen gemeinsam leben können.

Initiiert wurde dieses Projekt von Claudia Heese aus Steißlingen. Im November 2010 wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Projektidee weiter zu entwickeln und zu realisieren. Nachdem die Resonanz seitens interessierter Bürger, der Stadtverwaltung Radolfzell und auch der evangelischen Gemeinde in Radolfzell sehr positiv war, konnte nun ein bedeutender Schritt gemacht werden. Mit der Vereinsgründung ist der rechtliche Rahmen für die Förderung und somit auch Umsetzung des Projektes geschaffen. Die knapp 50 Besucher der Gründungsveranstaltung, von denen sich insgesamt 26 als Gründungsmitglieder anmeldeten, unterstreichen das rege Interesse und die Notwendigkeit, diese Lücke in der Wohnlandschaft des Landkreis Konstanz zu schließen.

Das Wohnprojekt richtet sich an Personen, die heute vielleicht noch gesund und mobil sind, denen es aber wichtig ist, bereits jetzt dort zu wohnen, wo sie in Zukunft versorgt werden können. Auch Paare oder Familien, in denen mindestens eine behinderte Person lebt, sollen hier einen Platz finden sowie Senioren und alleinstehende Behinderte jeden Alters. Die hierfür notwendige Hausstruktur wurde bereits ausgearbeitet. Dies betrifft das bauliche Konzept, den Servicestützpunkt mit Kranken- und Altenpfleger und ein Wohncafé, das zu einem Treffpunkt werden soll. Für die Umsetzung des Wohncafés besteht eine Kooperation mit dem Diakonischen Werk, von dessen Erfahrungen mit dem Mehrgenerationenhaus der Verein WiR profitieren wird.

Auch die Wahl des Vorstandes gestaltete sich unkompliziert. Die Initiatorin des Projektes, Claudia Heese, die sich aufgrund ihrer gesundheitlichen Verfassung aus der Organisation zurückziehen möchte, war glücklich über die vielen Personen, die sich für das Wohnprojekt engagieren wollen. Die Informatikerin hatte vor etwa eineinhalb Jahren die Idee des integrativen Wohnprojekts entwickelt. Anlass waren nicht zuletzt die eigenen Erfahrungen der an Multipler Sklerose Erkrankten mit den Schwierigkeiten des behindertengerechten Wohnens. Nur eines wollte sie dem Vorstand mit auf den Weg geben: „Bei jedem Schritt der Umsetzung soll man sich in die Menschen hineinversetzen, für die man dies tut. Man sollte sie stets behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte.“

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