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Radolfzell Die Reihe „Sechs im Innenhof“ zeigt Kunst in besonderem Rahmen

Die Aktion findet derzeit zum ersten Mal statt. Bei Besuchern, Künstlern und Hausbesitzern gibt es viel Zuspruch.

Sechs sehr individuelle Kunsträume in der Radolfzeller Innenstadt ziehen in diesen Tagen eine große Schar von Besuchern an. Hausbesitzer in der Seestraße und der Schmidtengasse haben ihre Innenhöfe Künstlern als Ausstellungsraum für fünf Abende zur Verfügung gestellt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es entsteht eine faszinierende Verbindung zwischen Architektur und Kunst, die mit viel Einfühlungsvermögen auf den Charakter der Höfe abgestimmt ist.

Die Idee einer solchen Präsentation hatten die Initiatoren der Veranstaltung, Peter Harter und Monika Ley, Besitzer des Hauses Seestraße 55, schon seit Längerem. Sie sei durch die Sommerakademie in der Innenstadt entstanden. Nach den Konzerten schlenderten die Leute noch interessiert durch die Altstadt und so kam der Gedanke auf, der Allgemeinheit auch einmal die privaten Kleinode hinter den Häusern zu öffnen und ein Zusammenspiel verschiedener Kunstrichtungen zu ermöglichen. Diesen Sommer nun konnte es verwirklicht werden und die Aktion wird außerordentlich gut angenommen. Am ersten Ausstellungsabend schlenderten an die 300 Besucher durch die Höfe, in der Schmidtengasse waren es wegen einer Veranstaltung im nahegelegenen Zunfthaus sogar schätzungsweise 450 Leute. Die Künstler waren überwältigt von dem Zustrom. Sicher spielt dabei beides eine Rolle, das Interesse an der Kunst, aber auch die Neugier, zu sehen, wie die Häuser und Höfe von innen aussehen.

Für den Mut, Teile ihres Privatraums zur Verfügung zu stellen, wurden die Hauseigentümer von den Künstlern durchgehend gelobt: „Toll, dass wildfremde Leute durchs Haus tappen dürfen“, meint die Malerin Ingrid Stotz. Aber auch von den Hausbesitzern kamen ausschließlich positive Töne. Sehr angetan waren sie von der Begeisterung und der Höflichkeit der Besucher. Bevor sie wieder gingen, würden sie sich bedanken. Wolfgang Weidele, Besitzer der Seestraße 7 erzählt: „Man hat gerne ‚Ja' gesagt. Und man kommt ins Gespräch mit vielen Leuten, die man vom Sehen her aus der Stadt kennt.“

Der wolkenlose Himmel und die angenehm sommerlichen Temperaturen trugen an den ersten beiden Abenden natürlich auch zur entspannten Stimmung bei und mancher Kunstinteressierte nutzte die Gelegenheit, in nahen Kontakt zu den Kunstwerken zu kommen und ein Gespräch mit den Künstlern zu führen, von denen jeder aufgeschlossen über seine Kunst berichtete.

Zur Krönung der Veranstaltung wurde noch eine weitere Kunstform hinzugenommen. Der Lyriker Jürgen Weing aus Kißlegg im Allgäu trägt wandernd von Hof zu Hof seine Klanggedichte vor. Seine Kunst ist vom gegenständlichen Beschreiben und der gewohnten Syntax gelöst. Mit neuen Wortschöpfungen und in unterschiedlicher Rhythmik, teils im Klang bekannter Melodien – wie der Titelmelodie von Jim Knopf – liest er ruhig und mit stillem Humor seine Gedichte und hinterlässt Bilder im Kopf der Zuhörer. Die Reaktion ist positiv und Weing freut sich über das Lebendige seiner Kunst. Bei dieser Art des Vortrags könne er, anders als bei den Lesungen sonst, auf das Publikum zugehen und es entstehe immer Neues.

Sechs im Innenhof: Das wird gezeigt

Alexander Weinmann stellt sechs große Skulpturen aus Stahl mit urzeitlicher Thematik aus. Ulla Auer-Blechner präsentiert Bilderverschiedener Formate mit floralen Motiven im Wachsen und Werden. Ingrid Stotz zeigt handgedruckte Holzschnitte und kleinere Skulpturen, ebenso ihr Mann Frank Stotz. Gesine Smaglinski fertigt Plastiken aus Holz, Kunststein, Marmor und Alabaster in schlichten Formen. Und bei Werner Schönmetzler gibt es Kohlezeichnungen und Spaßbilder. zu sehen.

Die Ausstellung läuft noch bis Dienstag, den12. August, die Innenhöfe sind jeweils von 18 bis 21.30 geöffnet.

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