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Radolfzell Deutscher Familienverband in Radolfzell: "Betreuung ist ein zentrales Thema"

Karin Vögele ist Vorsitzende im Deutschen Familienverband Radolfzell-Konstanz. Im Interview mit dem SÜDKURIER stellt sie die Vereinstätigkeiten vor und erläutert die Aspekte des sozialen Wohnungsbaus für die ­Radolfzeller Familien.

Frau Vögele, was hat sich der Deutsche Familienverband in Radolfzell zur Aufgabe gemacht?

Früher haben wir Veranstaltungen für Familien gemacht und Eltern über das Kindergeld, das Elterngeld oder die ­Elternzeit informiert. Wir hatten auch Veranstaltungen für Mütter, die zurück in die Berufstätigkeit wollen. Doch die Zeiten der klassischen ­Veranstaltungen sind vorbei. Es kamen fünf Leute. ­Eltern haben andere ­Ansprechpartner. Auch da ist ein Wandel zu sehen. Wir ­mussten uns überlegen, wie wir an die Familien heran kommen. Wir ­haben ­Kooperationen mit der Diakonie ­entwickelt und die schöne Plattform des ­Kleidermarktes. Dort können wir ­Themen ansprechen und informieren.

Sie sprachen von Kooperationen. Was darf man sich darunter vorstellen?

Wenn wir unseren Kleidermarkt machen, dann kommen die Kindergärten oder die Diakonie mit ihren Aktionen auf uns zu. Die Diakonie bietet zum Beispiel einen Babysitter-Kurs an. Wenn sie eine Anzeige schalten würde, dann erreicht sie kaum ihre Zielgruppe der 14- bis 16-Jährigen. Doch sie finden sie auf dem Kleidermarkt und können die Jugendlichen beim Einkaufen direkt ansprechen. Wir versuchen über diesen Weg die Familien anzusprechen, auch mit dem Tagesmütterverein. Sie haben einen großen Zulauf und mehr Kinder, die eine Unterbringung brauchen als sie Plätze haben. Der Tagesmütterverein macht auf dem Kleidermarkt seinen Infostand und kann dort die Menschen erreichen.

Was bewirken Ihre Aktionen?

Damit schaffen wir Netzwerke und Kontakte zu anderen Vereinen mit ihren Angeboten. Wenn wir durch unsere Aktionen Geld einnehmen, dann spenden wir es den Bürgern zurück. Sei es nun für den Skater-Park oder für Spielgeräte. Wir spenden für Schulen oder Kindergärten. Das sind zwar nicht die klassischen Familienfelder, aber es ist unser Beitrag an eine Gesellschaft mit Kindern.

Was macht der Verband noch?

Neben der Veranstaltung „Ein Herz für Kinder“ mit der Radolfzeller Aktionsgemeinschaft haben wir auch eine Umfrage gemacht, um den Familien auf den Nerv zu fühlen, was sie brauchen. Da hat sich die Kinderbetreuung als zentrales Thema herauskristallisiert. Damals hinkte Radolfzell stark hinterher. Doch ich habe in diesem Bereich Vertrauen zu unserer Verwaltung und unserer Bürgermeisterin. Sie ist sehr engagiert und unterstützt die Infrastrukturen. In der Umfrage ist auch deutlich geworden, dass ein bezahlbarer Wohnraum wichtiger denn je geworden ist. Wir als Verein können jedoch keine Häuser bauen.

Hätten Sie als Bauträgerin nicht das Handwerkszeug sozialfreundliche Wohnungen zu bauen?

Der soziale Wohnungsbau funktioniert nach anderen Regeln. Das sage ich auch gegenüber der Stadtverwaltung. Dafür haben wir die Genossenschaften. Sie haben einen sozialen Auftrag gegenüber ihren Mitgliedern zu erfüllen, bei dem die Stadt nachziehen muss. Diesbezüglich hat sie eine Menge an Altlasten aufzuarbeiten. Die Stadt muss hier günstig Grundstücke einbringen, die eine Genossenschaft kaufen, beziehungsweise bebauen kann, damit sie Wohnungen für sozial Schwache errichten kann. Wir befinden uns in einer Spirale und müssen dort eingreifen, wo es auch möglich ist. Ich bin froh, dass die Stadt die Zeichen der Zeit erkannt hat und hier in Kooperationen mit Genossenschaften den sozialen Gedanken verwirklicht.

Zu Person und Verband

Karin Vögele wurde 1968 in Radolfzell geboren und wuchs in Überlingen am Ried auf. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und zog 1991 nach Radolfzell. Die Unternehmerin ist Vorsitzende des CDU Stadtverbandes Radolfzell und Vorsitzende des Deutschen Familienverbandes Radolfzell-Konstanz. Gemeinsam mit ihrem Ehemann führt sie die Manz Bau- und Liegenschaftsbetreuung GmbH.

Der Deutsche Familienverband existiert seit 90 Jahren. Seine Mitglieder engagieren sich auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene. Im Leitbild heißt es, der Verband verstehe sich als Sprecher aller Familien und setze sich für eine Politik ein, in der die Familie Mittelpunkt des gesellschaftlichen Handels sei. Die mehr als 15¦000 Mitglieder sind in 16 Landesverbänden organisiert, die wiederum in Orts- und Kreisverbände gegliedert sind.

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