Radolfzell Caritas baut Qualifizierungs- und Wohnprojekt

Der Caritasverband Konstanz investiert in Radolfzell 4,8 Millionen Euro in ein Qualifizierungs-, Begegnungs- und Wohnprojekt. Dazu gehört auch ein öffentliches Tagesbistro.

Der Caritasverband Konstanz baut seinen Standort in Radolfzell weiter aus. Am Dienstag fand in der Hohentwielstraße in direkter Nachbarschaft zu einem Bestandsgebäude der Caritas ein offizieller Spatenstich zur Errichtung eines neuen inklusiven und barrierefreien Qualifizierungs-, Begegnungs- und Wohnprojektes statt. Caritas-Vorstand Matthias Ehret nannte das neue Zentrum einen "Meilenstein", von dem er glaube, dass es etwas ganz Besonderes sei, wie er erklärte. Mit dem Bau möchte man die eingeschränkten Bedingungen im Bestandsgebäude aufheben beziehungsweise deutlich verbessern.

Die Caritas unterhält in Radolfzell verschiedene Einrichtungen (siehe Infokasten). Das berufliche Qualifizierungszentrum in der Hohentwielstraße für Menschen mit psychischen, geistigen und körperlichen Erkrankungen leidet unter Platzmangel und kann nun erweitert und optimiert werden. Am Standort in der Hohentwielstraße werden künftig 55 Menschen in der Berufsbildung tätig sein. Das sind zwar nur wenige Plätze mehr als bisher, aber durch die neue Raumaufteilung können bestimmte Werkstatt- und Trainingsbereiche größer ausfallen. Darüber hinaus bietet das vierstöckige Gebäude Platz für den Fachdienst "Betriebliche Inklusion" der Caritas und vier Wohnungen, in denen bis zu zehn Personen betreut oder unbetreut leben können. Ferner wird das Gebäude zur besseren Integration in das bestehende Umfeld ein Tagesbistro beinhalten, das von Menschen aus der direkten Nachbarschaft aufgesucht werden darf und soll. "Das Bistro ist für alle, die drumherum wohnen und arbeiten", sagte Matthias Ehret deshalb. "Die Wirkung in das Quartier", wie Fachbereichsleiterin Gabriele Eckert auf Nachfrage des SÜDKURIER erklärt, "gehört zu den wichtigen Aspekten."

Aus Sicht der Caritas war der Neubau trotz der stattlichen Investitionssumme von 4,8 Millionen Euro einem Umbau des Bestands vorzuziehen. "Anfangs haben wir versucht den Bestand zu optimieren, bis man feststellen musste, dass das fast so teuer ist wie ein Neubau und trotzdem nicht die gleichen Vorteile bringt", erklärte Gabriele Eckert. Die seit Jahren geplante Erweiterung wurde finanziell von der Aktion Mensch und dem Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) mit rund einer Million Euro gefördert, wie Matthias Ehret gegenüber dem SÜDKURIER erläuterte. Eine Einzelkritik in der Vorbereitungsphase an dem Neubau bezüglich der Wohnungen konnte der Sozialdezernent des Landkreises Konstanz, Axel Goßner, nicht nachvollziehen: "Die Wohnungen sind genau am richtigen Ort. Es kann nichts Besseres geben", befand er.

Und auch Bürgermeisterin Monika Laule konnte an der "Offenheit im Quartier", wie sie es nannte, nichts Schlechtes finden. Im Gegenteil – sie bezeichnete diese Art der Integration von Menschen mit psychischen, geistigen und körperlichen Erkrankungen als vorbildlich, wie sie sagte. "Wir wünschen uns mehr Projekte dieser Art in Radolfzell", erklärte die Bürgermeisterin weiter. Bis es soweit sein wird, vergeht allerdings noch etwas Zeit. Matthias Ehret nannte gegenüber dem SÜDKURIER den September 2018 als Einzugstermin.

Die Tätigkeitsfelder

Der Werkstättenverbund Seewerk unterstützt die berufliche und soziale Wiedereingliederung psychisch behinderter Menschen in das Arbeitsleben. An vier Standorten in Radolfzell und Konstanz arbeiten über 300 Mitarbeiter. In Radolfzell unterhält die Caritas außerdem das Frauen- und Kinderschutzhaus, das betreute Wohnen und inklusive Wohngemeinschaften, das Sprachcafé und andere Betreuungsangebote für Familien und Kinder. Am Standort Hohentwielstraße ist die Caritas seit 1989. (ja)

Ihre Meinung ist uns wichtig
Hervorragende Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Radolfzell
Radolfzell
Radolfzell
Radolfzell
Radolfzell
Radolfzell
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren