Die gute Nach richt: Die Messwerte im Böhringer See und die Sichttiefe haben sich verbessert. Die schlechte: Trotzdem bleibt das Badeverbot vorerst bestehen. „Die Blaualgen sind eine ernstzunehmende toxische Gefahr. Sie können, wenn sie plötzlich konzentriert auftreten, Hautreizungen und Allergien auslösen, Leber- und Nervenschäden hervorrufen. Es gilt daher, vorsorgend vorzugehen“, so Helmut Eckert vom Gesundheitsamt bei einem Pressegespräch mit dem Radolfzeller Oberbürgermeister Jörg Schmidt, Christoph Stocker, Leiter des Umweltamtes, und Ortsvorsteher Bernhard Diehl. Es müsse über mehrere Wochen Stabilität und Verlässlichkeit gewährleistet sein, bevor man den See für unbeschwertes Badevergnügen wieder freigeben könne.
„Die Zirkulationsanlage im See funktioniert und erzielt die erhoffte Wirkung“, unterstreicht Christoph Stocker. Der Sauerstoff sei in den unteren Schichten angekommen und die Nährstoffrücklösung aus dem Sediment gestoppt. Man sei in jedem Fall weitergekommen, denn die Blaualgen seien viel später aufgetreten als im Vorjahr. Offensichtlich habe der Witterungswechsel mit Starkregen und Starkwinden vor zwei Wochen Unruhe in den Organismus des Sees gebracht. Gründlich inspiziert habe man zwischenzeitlich die Rückstauklappe am Seelegraben, teilte Stocker mit. Sie funktioniere jedoch einwandfrei, so dass dort keine Nährstoffe in den See gelangen können.
„Es bleibt uns nichts anderes, als dem See Zeit zu geben und ihn engmaschig zu beproben“, erklärte er. Pächter Dietmar Helmlinger, den das erneute Badeverbot empfindlich trifft, kündigte zusätzliche Kontrollen durch ein von ihm privat beauftragtes Institut an.
