Mein
27.04.2013  |  von  |  0 Kommentare

Radolfzell Asylbewerberin Charity Idowu sucht eine Wohnung in Radolfzell

Radolfzell -  Charity Idowus kleine Familie mit zwei Töchtern lebt seit 2007 auf 20 Quadratmetern. Was fehlt, ist eine neue Wohnung.

 Bild: SK



Eigentlich geht es der Familie inzwischen besser. Charity Idowu lebt mit ihren Töchtern seit 2007 in der Radolfzeller Kasernenstraße als Asylbewerberin. 2011 berichtete der SÜDKURIER über ihre Geschichte. Seither hat sich manches verändert – anderes wiederum ist quälend gleich geblieben.

Seit fünf Monaten besucht Charity Idowu einen „Hoga“-Kurs bei der Weiterbildungseinrichtung bfz. Hoga steht für Hotel- und Gaststättengewerbe, ausgebildet werden die Teilnehmer in Tätigkeiten rund um die Hotellerie, vom Service über die Arbeit in der Küche bis hin zur Verwaltung. In diesem Rahmen hat Charity Idowu einen Praktikumsplatz im Pro Seniore. Dort wird sie sich um die älteren Menschen kümmern – darauf freut sie sich. Noch lieber wäre ihr allerdings eine reguläre Arbeit.

Weitere Informationen


Vor sieben Jahren war Charity Idowu mit ihrer Tochter nach Deutschland gekommen. Sie kehrte später nach Nigeria zurück, kam aber wieder. Bereits in Radolfzell wurde ihre zweite Tochter Paradise geboren. Der Hauptgrund dafür, dass sie mit den Töchtern hier bleiben möchte: In ihrer Heimat droht den Mädchen die Beschneidung. Der Asylantrag wurde zunächst abgelehnt, derzeit läuft ein Widerspruchsverfahren.

Den Kindern geht es in Radolfzell gut – Paradise besucht den St.-Josefs-Kindergarten, Melody die zweite Klasse der Teggingerschule und hat Freunde gefunden: So kommt ihr Klassenkamerad Gabriele gelegentlich über den Zaun geklettert, um sie zu besuchen. Außerdem besucht Melody einen Schwimmkurs – das Leben normalisiert sich.

Was der kleinen Familie allerdings zu einem entspannteren Alltag fehlt, ist eine Wohnung. Die Wohnverhältnisse im Asylbewerberwohnheim in der Kasernenstraße sind sehr beengt, das Zimmer, in dem die kleine Familie lebt, hat etwa 20 Quadratmeter. Die Kinder schlafen in einem Doppelstockbett, Charity auf dem Sofa. Die Hausaufgaben macht Melody oft auf dem Boden, weil der kleine Tisch wenig Platz bietet. Ihre Mutter empfindet den Druck der Enge als Belastung: „Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr hier wohnen.“ Ihr Wunsch: eine Drei-Zimmer-Wohnung in Radolfzell oder in einem Ortsteil. „Es wäre schön, wenn Melody ein eigenes Zimmer hätte“, findet Charity Idowu, aber auch eine Zwei-Zimmer-Wohnung wäre schon eine Verbesserung. Da die Miete direkt vom Landratsamt an den Vermieter gezahlt wird, darf die Wohnung nicht mehr als 620 Euro (warm) kosten. Charity Idowu hat selbst Anstrengungen zur Wohnungssuche unternommen. Doch einfach gestaltet sich diese nicht. Viele Vermieter reagierten zurückhaltend auf Kinder oder auf Ausländer, berichtet die 38-Jährige, auch wenn nicht jeder dies zugibt. Zudem ist günstiger Wohnraum in Radolfzell knapp. In ihrer Not hat sich Charity Idowu an den SÜDKURIER gewandt. Vermieter, die ihre Wohnung an die kleine Familie vermieten würden, können sich bei der Redaktion melden.

Korrektur-Hinweis Korrektur-Hinweis melden Korrektur-Hinweis
Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
 Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln

Jetzt Newsletter anfordern:
© SÜDKURIER GmbH 2014