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Radolfzell Alemannisches Original

Alfred Heizmann bringt das Zunfthaus der Narrizella mittels Lachsalven des Publikums zum Beben

Alfred Heizmanns Betrachtungen über die Eigenheiten seiner Mitmenschen erzeugen bei seinem Publikum im voll besetzten Zunfthaus der Narrizella nicht enden wollende Heiterkeit.
Alfred Heizmanns Betrachtungen über die Eigenheiten seiner Mitmenschen erzeugen bei seinem Publikum im voll besetzten Zunfthaus der Narrizella nicht enden wollende Heiterkeit. | Bild: Bild: Roland Dost

Radolfzell – Wenn Alfred Heizmann die Bühne betritt, bleibt kein Auge trocken. Sein Gastspiel im Zunfthaus der Narrizella Ratoldi wurde zu einem Feuerwerk des badischen Humors und Geistes. In seinem urigen und oft deftigen Reichenauer Dialekt reizt er das Publikum zu wahren Lachsalven.

Alfred Heizmann kann man ruhigen Gewissens als alemannisches Urviech bezeichnen. Er ist die Inkarnation der badischen Seele mit Herz und intellektuellem Esprit. Ein professioneller Sprachkünstler, der dem heimischen Dialekt alle Ehre macht. Wenn er mit seinem Dreitagebart und seiner schwarzen Lederkappe am Rednertisch sitzt und über seine Mitmenschen philosophiert, dann ist Alfred Heizmann in seinem Element, dann blüht er auf. Der Schalk sitzt ihm dabei immer im Nacken. Der spitzbübische Blick über seine auf die Nasenspitze geschobene rote Brille verrät seinen schelmischen Charakter.

Die eher deftige Ausdrucksweise im Reichenauer Dialekt ist eine seiner Markenzeichen. Er will nicht immer „täten müssen“ oder überall „herummendappen“. Da wird auch nicht diniert und verkostet, auch nicht gespeist und genossen, auf der Reichenau werde einfach das gefressen, was man gerade so ergattert. Allerdings sei das Rauchverbot in den Gaststätten für die Raucher manchmal schon hart. Wolle man ein Raucherlokal aufsuchen, gebe es da ja keine Speisen mehr, die zubereitet werden. So beiße man eben in gefrorene Pizzen, die man, rein juristisch gesehen, ja nicht zubereiten müsse.

Wie bei vielen seiner badischen Landsleute, so sind auch bei Heizmann die Schwaben gerne Ziel von Frotzeleien. Sie sind offenbar nicht unbedingt seine Freunde. Eine Charmeoffensive gegenüber den badischen „Ha-noi-Nachbarn“ (rein sprachlich gesehen) durfte man von Alfred Heizmann auch an diesem Abend nicht erwarten. „Ich habe ja nichts gegen die Schwaben, vor allem nichts, was dagegen hilft“, war ein mehr als zweideutiges Bekenntnis. Aber auch bei ihm trifft das Sprichwort zu „Was sich liebt, das neckt sich.“ Beim Signieren seiner Bücher bekamen viele Besucher noch die Möglichkeit, in lockerer Runde mit Alfred Heizmann zu plaudern und sich nebenbei von den Holzhauern verköstigen zu lassen.

Bildergalerie im Internet:

www.suedkurier.de/bilder

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