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Radolfzell 76-Jähriger rast trotz roter Ampel auf die Kreuzung

10.02.2012
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An der Kreuzung Meinradsplatz/Haselbrunnstraße hat sich ein schwerer Unfall ereignet. Der Unfallverursacher wurde dabei getötet.

Ein schwerer Verkehrsunfall hat sich am Freitag gegen 10 Uhr auf der Haselbrunnstraße ereignet. Der 76-jährige Unfallverursacher starb. Der Mann ist mit seinem Mercedes wohl ungebremst gegen einen Linienbus gefahren. Der 76-Jährige war nach Angaben der Polizei auf der Haselbrunnstraße in Richtung Böhringen unterwegs. An der Kreuzung zum Meinradsplatz zeigte die Ampel Rot, zwei Autos warteten dort bereits. Der 76-Jährige fuhr nach Zeugenaussagen jedoch links auf der Abbiegespur an den wartenden Autos vorbei und auf die Kreuzung. Dort wollte ein Linienbus gerade die Haselbrunnstraße queren. Der Mercedes fuhr „mit voller Wucht“, so Polizeisprecher Michael Aschenbrenner, in die rechte Seite des Busses, der aus der Stadtmitte kam.

Der Fahrer des Mercedes ist bei dem Unfall gestorben. Durch den Aufprall wurde außerdem ein Fahrgast des Busses der Linie 2 schwer verletzt. Der 65-jährige Passagier stand an der hinteren Tür des Busses und wollte wohl an der nächsten Haltestelle aussteigen. Durch den Aufprall öffnete sich jedoch die Bustür, der Mann wurde hinausgeschleudert, so die Information der Polizei auf Nachfrage des SÜDKURIER. Der schwer verletzte 65-Jährige wurde von einem Rettungswagen ins Krankenhaus Singen gebracht.

Die Haselbrunnstraße war nach dem Unfall etwa zwei Stunden gesperrt, der Verkehr wurde innerorts umgeleitet. Ein Sachverständiger wurde im Auftrag der Staatsanwaltschaft Konstanz mit der Rekonstruktion des Unfallgeschehens betraut, da es völlig unklar ist, warum der Mann bei Rot auf die Kreuzung fuhr. Der Leichnam des 76-Jährigen wurde beschlagnahmt und eine Blutprobe erhoben. Eine gesundheitliche Beeinträchtigung des Mannes wird untersucht. Der Sachschaden beläuft sich insgesamt auf mindestens 100 000 Euro, schätzt die Polizei.

Die Fahrgäste im gut besuchten Bus der Linie 2 wurden nach dem Unfall in einem Ersatzbus weiter transportiert, so Udo Rothmund, kaufmännischer Leiter der Stadtwerke Radolfzell auf Nachfrage des SÜDKURIER. Der Fahrer des in den Unfall verwickelten Busses habe einen Schock erlitten. Er sei in ärztlicher Betreuung und sofort vom Dienst freigestellt worden. Der Verlauf des Busverkehrs sei zügig weitergegangen, allerdings beeinträchtigt durch die Sperrung der Haselbrunnstraße. Einen Unfall in diesen tragischen Ausmaßen habe es wohl noch nie gegeben, so die Einschätzung Udo Rothmunds.

Der beschädigte Bus selbst gehört nicht den Stadtwerken, sondern der SüdbadenBus GmbH (SBG). „Für den Stadtverkehr hat der Ausfall des Busses also keine Folgen“, erklärt Rothmund. Bei der SBG fehlt der Bus aber natürlich. „Den Ausfall werden wir über andere Dispositionen ausgleichen“, erklärt ein Sprecher des Unternehmens auf Nachfrage. Der Schaden am Fahrzeug muss nun ermittelt werden. Für Udo Rothmund, der vor Ort an der Unfallstelle war, ist aber klar, dass dieser Bus wohl nicht mehr zu gebrauchen ist.


 
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