Auch in Nenzingen fand das Oktoberfest im September statt, am Samstag zog es vor allem die jungen Damen im Dirndl und fesche Buam in Lederhosen in die Rebberghalle. Während sich bei anderen Veranstaltungen die Zelte und Hallen erst zu späterer Stunde füllen, war in Nenzingen der Andrang bereits um 19 Uhr groß. Ob es daran lag, dass man sehen wollte, ob Bürgermeister Bernhard Volk seinen zweiten Fassanstich besser im Griff hatte als sein Debüt im vergangenen Jahr?
Es lag wohl eher daran, dass die veranstaltende Nenzinger Jugend bereits um 19 Uhr für super Stimmung sorgte. Die jungen Erwachsenen wissen eben, was ihren Altersgenossen gefällt. DJ Don Ben sorgte für musikalische Untermalung, bis Bernhard Volk mit dem Fassanstich gekonnt das 9. Nenzinger Oktoberfest offiziell eröffnete. Dann übernahm die Partyband „Lollies“ die Bühne und sorgte in den nächsten Stunden für beste Unterhaltung. Manch einer kennt deren Hits von Mallorca, von dort war auch der Überraschungsgast PS Alex bekannt. Er heizte den Oktoberfestbesuchern noch mal richtig ein. Nicht zu vergessen der heimische DJ Don Ben, der legte alles auf vom feinsten House bis hin zum Böhmischen Traum. Dabei traten die Gäste den Beweis an, dass Lederhosen und Dirndl ebenso gut zu alpenländischer Musik passen wie zu Rock und Schlager.
Unisono fühlten sich die Gäste wohl und lobten die gute Stimmung. Für einige waren die Lollies unbekannt gewesen, doch auch sie befanden, dass die fünf auf der Bühne mehr als Musiker seien. Sie unterhielten die Besucher des Oktoberfests aufs Beste. Bei ihnen wie PS Alex gab es Polonaisen und Laola-Wellen zuhauf. Zudem bewiesen die Anwesenden große Textsicherheit bei den Hits und sangen begeistert mit. Sogar den Lollies-Tanz beherrschen sie jetzt. Eigentlich hätte es eine Mallorca-Party sein können, wenn da nicht die vielen Trachtenträger gewesen wären und die bayrischen Spezialitäten.
Obwohl die Mitglieder des Vereins Nenzinger Jugend seit Wochen tatkräftig ihr Fest vorbereitet hatten und wenig Schlaf abbekamen, waren sie bester Laune. Damit traten die Nenzinger wieder den Beweis an, dass es durchaus Positives über die Jugend von heute zu berichten gibt und dass diese nicht nur zu feiern weiß, sondern sich auch benehmen kann. Geschlafen wird dann ab nächster Woche, wenn alles wieder abgebaut ist. Dann wartet ein weiterer erfreulicher Termin: Die Scheckübergaben für „Widmann hilft Kindern in der Region“, der damit auch Verpflegung an Schulen, Schulausflügen oder Weihnachtsgeschenken für sozial schwache Familien unterstützt, sowie an „Pro Humanitate“, eine vom Engener Dirk Hartig geleitete Hilfsorganisation.
