Orsingen-Nenzingen Nachfrage nach hornlosen Rindern steigt
Rinder ohne Hörner sind bei einigen Züchtern besonders beliebt. Bild: ArchivAdam
Bei der Hauptversammlung d er Fleckviehzüchter Hegau-Bodensee geht es in erster Linie um den Erfolg bei der Zucht. Der zeigt sich nicht nur in stetig steigender Milchleistung der Kühe. Thomas Bidlingmaier von der Rinderunion Baden-Württemberg (RBW) strich weitere Erfolge heraus. Man habe durch die genomische Selektion einen Marktvorteil erreicht. Die Jungbullen stünden den Züchtern schneller zur Verfügung, da die Beobachtung der Töchtergenerationen wegfiele. Der Erfolg dieser Methode zeige sich darin, dass die Anzahl der hochpreisigen Bullen steige. Gleichzeitig müsse man bei der genomischen Zucht einen nachhaltigen Blick behalten. Nur auf Milchleistung züchten ginge nicht, man achte beispielsweise auch auf positive Fleischwerte.
Neu hinzu käme d er Versuch der Zucht auf Hornlosigkeit. Hornlosigkeit kommt in der freien Natur bei Rindern vor. Sie wird dominant vererbt. Durch Tierschutzgesetze wird vermehrt nach Hornlosigkeit gefragt, da diese sowohl Haltung als auch Transport erleichtern. Zudem stünde die Enthornung bei manchen in der Kritik. Jedoch sei Hornlosigkeit um jeden Preis sinnlos, so Bidlingmaier. Doch versuche man vorbereitet in das Gespräch mit den Tierschützern zu gehen und biete Zuchtbullen mit dem Merkmal der Hornlosigkeit an. Erfahrungen werden noch gesammelt.
Matthias Schupp, ebenfalls RBW, bedauerte, dass zu wenige Kühe in den Verkauf kämen. Auch für Bullenkälber gebe es einen sehr guten Absatzmarkt über die RBW.
