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Nenzingen Gift im Garten macht Anwohnern Angst

Zum Wiederholten Male legte ein Unbekannter am Blütenhang in Nenzingen mit Gift versetzte Fleischköder in die Gärten. Die Anwohner haben nicht nur Angst um ihre Haustiere, sondern auch um ihre Kinder, die ebenfalls im Garten spielen.

Sie machen sich Sorgen um ihre Kinder und Haustiere: Sonja Schacher und Hund Rocco, Barbara Frech, Michaela Schuster, Michaela Beinroth-Jaser mit Sohn Jannis, Margaritha Martin und Brigitte Graberd mit Sohn Marco und Hund Tinka (v.l.).
Sie machen sich Sorgen um ihre Kinder und Haustiere: Sonja Schacher und Hund Rocco, Barbara Frech, Michaela Schuster, Michaela Beinroth-Jaser mit Sohn Jannis, Margaritha Martin und Brigitte Graberd mit Sohn Marco und Hund Tinka (v.l.). | Bild: Schneider

Nenzingen – Michaela Beinroth-Jaser hat große Angst um ihre Kinder. Die dreifache Mutter hatte, wie fünf andere ihrer Nachbarn, die am Blütenhang wohnen, vergiftetes Hackfleisch im Garten gefunden. Ihr zweijähriger Sohn Jannis spiele schließlich oft im Garten und kleine Kinder würden ja alles in die Hand nehmen, so Beinroth-Jaser. „Ich kann das nicht verstehen, man sieht doch, dass Kinder im Haushalt sind, wir haben eine Rutsche und eine Schaukel im Garten“, berichtet die 39-jährige.

An dem Tag des Fundes hatte die Familie Beinroth-Jaser Besuch von Freunden. Deren Hund hatte wohl einen der Hackfleischköder gefressen, denn er erlitt epileptische Anfälle und musste die Nacht beim Tierarzt verbringen. „Das hat mich sehr erschrocken, wer kann so skrupellos sein?“, fragt Michaela Beinroth-Jaser. Sie hat nun zum Schutz ihrer Kinder und von Familienhund Rocco eine Überwachungskamera für den Garten bestellt.

Familie Schuster hat bereits eine Kamera für den hinteren Teil ihres Gartens aufgestellt. „Dieses mal lag der vergiftete Köder aber im vorderen Bereich, wo die Kamera keinen Einblick hatte“, erzählt Michaela Schuster. Der Täter müsse sich also in der Straße, samt ihrer Bewohner und deren Häuser, sehr gut auskennen, ist sich die 44-jährige sicher. „Ich lasse meinen Hund nicht mehr alleine im Garten“, so Michaela Schuster.

Dieses mal hatte Margarita Martins Hund die Köder nicht gefressen, da sie gerade mit ihm einen Spatziergang gemacht hatte, als das Fleisch in den Garten gelegt wurde. „Mein Hund ist auch größer als die anderen aus der Straße und ich habe auch die größten Fleischstücke im Garten gehabt, das kann kein Zufall sein“, sagt die 55-jährige. Bei den früheren Vorfällen hatte ihr Hund jedoch das Fleisch gegessen und schwere Vergiftungen erlitten. Nur schnelles Handeln konnte schlimmeres verhindern.

„Beim ersten Verdacht einer Vergiftung sollte man sofort zum Tierarzt gehen“, rät Stefanie Fuhrmann vom Veterinäramt. Vor allem Rattengift würde zeitversetzt reagieren, was schnelles Reagieren besonders wichtig mache. „Was für Hunde giftig ist, kann durchaus auch für Menschen tödlich sein“, warnt die Tierärztin.

Was für eine Art von Gift sich diesesmal im Fleisch befand, muss erst noch untersucht werden. Die Polizei hat eine Probe bereits an das Veterinäramt weitergeleitet. In den Fleischködern, die vor Kurzem gefunden wurden, war ein weiß-gelbliches Pulver eingearbeitet, welches schäumte, berichten die Betroffenen. Brigitte Graberd hofft, dass der Täter bald gefasst wird oder aufhört, die Giftköder zu verteilen. „Bis jetzt haben wir noch Glück gehabt, man darf aber gar nicht daran denken, was alles passieren könnte“, so die 42-jährige.

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