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Öhningen Sommerschule im Augustinerchorherrenstift

Den Alltag üben konnten Architektur- und Restaurationsstudenten während der Sommerschule im Augustinerchorherrenstift in Öhningen.

„Wenn wir später gemeinsam mit Restauratoren an einem Objekt arbeiten, ist es für uns von großem Vorteil, deren Arbeitsweise bereits kennen gelernt zu haben.“ Was die beiden Architekturstudentinnen Annamaria Nickels und Natalia Oka hier als Fazit formulieren, entspricht genau der Zielsetzung der im Augustinerchorherrenstift in Öhningen veranstalteten Sommerschule. Das von der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (ABK) und der Technischen Universität (TU) München durchgeführte Forschungsprojekt brachte Studenten unterschiedlicher Fachrichtungen zusammen.

Studierenden der Restaurierung aus Stuttgart und Potsdam und Architekturstudenten aus München diente das Augustinerchorherrenstift als historisches Anschauungsobjekt, an dem sie Methoden der Bauforschung und der restauratorischen Untersuchung erlernen und anwenden konnten. Wie Roland Lenz, Professor für Konservierung und Restaurierung in Stuttgart, erläutert, ist die Zusammenarbeit von Restauratoren, Architekten und Denkmalpflegern bei der Sanierung eines historischen Objektes prägend für den späteren Arbeitsalltag. Da bietet es sich an, dass sich die verschiedenen Akteure bereits während des Studiums kennenlernen. Angesichts der optimalen Arbeitsbedingungen im Chorherrenstift soll die Sommerschule hier im nächsten Jahr ihre Fortsetzung finden. Am Tag des offenen Denkmals präsentierten die Studenten nun die Ergebnisse ihrer Arbeit.

In der ersten Woche sichteten die angehenden Architekten die historische Bausubstanz verschiedener Objekte in Öhningen und erstellten eine Ortsanalyse des Dorfes. Auf der Grundlage einer tachymetrischen Bauaufnahme der Außenkonturen entwickelten die Architekturstudenten in der zweiten Woche ein 3-D-Modell des Stiftes. Ihnen ist es gelungen, sechs Bauphasen, beginnend im 12. bis 14. Jahrhundert, bis ins 18. Jahrhundert hinein zu identifizieren und darzustellen.

Von den Studenten der Restaurierung durchgeführte mikroskopische Untersuchungen der Mauer- und Putzmörtel lassen ebenfalls baugeschichtliche Zusammenhänge erkennen. Auch für den weiteren Verlauf der Sanierung des Augustinerchorherrenstiftes sind die Forschungsergebnisse nicht ganz unbedeutend: Durch die Ermittlung verschiedener Gestaltungsphasen können die Resultate bei der Entscheidung beispielsweise über die Gestaltung der Innenräume Berücksichtigung finden.


Das Kloster

Das Öhninger Kloster wurde wohl 965 gegründet. Es bestand bis zur Auflösung im Rahmen der Säkularisierung im Jahre 1803. Die noch bestehenden Kloster- und Kirchenbauten stammen aus dem 17. Jahrhundert. Die ehemalige Vogtei des Klosters, das Haus des fürstbischöflichen Obervogtes (um 1640/50) beherbergt heute das Öhninger Rathaus. Das Kloster wird aktuell umfassend saniert. Die künftige Nutzung ist noch nicht endgültig beschlossen. (sk)

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