– Es ist bereits eine langjährige Tradition, dass Brauchtum und dessen Hintergründe den Kindern auf spaßige Weise vermittelt werden. Die Zünfte Piraten vom Untersee aus Öhningen, Mondfänger aus Wangen und die Holzbirregüggel aus Schienen besuchen jedes Jahr mit ihren zahlreichen Abteilungen sämtliche Kindergärten und Schulen der hinteren Höri.Ein lustiges Unterfangen.
Zum einen dürfen sich sowohl die Zünfte als auch die Kinder bereits vor der Fastnacht schminken und verkleiden, und zum anderen ist es besonders spannend, für was die Kinder sich hauptsächlich interessieren. Während Mario Jedelhauser von den Piraten vom Untersee versucht, die Geschichte seiner Zunft zu erzählen, scheint für die Kinder der Säbel das Beste an allem zu sein. Mario Jedelhauser erzählt im Kindergarten in Öhningen, wie die Tradition der Piraten auf Erzählungen über den Raubritter Werner von Schienen beruht, der vor über 500 Jahren den Leuten das Leben schwer machte.
„Du hast einen Säbel, oder?“ Der Pirat unterbricht seine Geschichte, beantwortet die Frage und versucht fortzufahren. „Kannst du denn auch wirklich damit kämpfen?“ Schließlich gelingt es, die dringenden Fragen sofort zu beantworten und die Geschichte fertig zu erzählen. „Auf diese Weise wachsen die Kinder mit dem Brauchtum der Zünfte auf, was schön mit anzusehen ist. In den Grundschulen müssen wir fast nichts mehr erzählen, da geben die Kinder die Geschichte schon in eigenen Worten wieder“, so Mario Jedelhauser, der die Tour durch Kindergärten und Schulen seit einigen Jahren organisiert.
Auf Feinheiten kommt es an. Während die Zünfte in die Kindergärten etwas leiser einmarschieren, darf es in den Schulen schon lauter zugehen. Die Kinder sollen nicht erschreckt, sondern begeistert werden. Und es funktioniert, solange die Piraten ihren Säbel präsentieren, den Öhninger Eselszungen die Zunge heraus gestreckt werden darf, und es Süßigkeiten gibt.